Kopfspiele.

Der Hintermann ruft: "Raus mit denen. Die kämpfen mit Chemie. Die zünden Aspirin an!" Wohlgemerkt: Es spielte der TSV Bayer 04 Leverkusen.

Der Hintermann ruft: "Raus mit denen. Die kämpfen mit Chemie. Die zünden Aspirin an!" Wohlgemerkt: Es spielte der TSV Bayer 04 Leverkusen.

Konsequenz

Ich ziehe den Hut, statt ihn zu schieben.

Spottförderung

Ein Vater unterhält sich mit seinem halbwüchsigen Söhn über die Olympiade. „Überall diese Hobbydeutschen im Sport. Ich halt das nicht mehr aus. Guck mal auf den Medaillenspiegel. Also früher…!“ Er hält seinem Sohn die Bild hin. „Ich find das gar nicht so schlecht, es wird doch langsam.“ Aufbrausend: „Wird doch langsam. Ohne diese Hobbydeutschen, da…!“ Der Sohn schaut auf: „Was sind denn eigentlich Hobbydeutsche?“ „Das sind solche, die nur Deutsche werden, damit sie ihr Hobby weitermachen können, als Beruf. Und wir bezahlen die dann mit unseren Steuergeldern.“ „Und was findest du jetzt so falsch daran.“ Der Vater reckt sich etwas, die nur wenig aufrechtere Haltung verleiht seinen Worten keine zusätzliche Wirkung: „Weil die keinen Nationalstolz haben. Hätten die den, dann würden die gewinnen. Die sorgen doch nur dafür, dass Deutschland überall verspottet wird.“ „Und wenn es die Deutschen nicht besser können?“ „Ach papperlapapp.“ Der Vater schlägt vergebens nach einer Fliege.

Fortschritt

Früher hatte jeder sein Päckchen noch zu tragen, heute kann man es im Trolley hinterherziehen.

Parken und Liebe

Die zwei Frauen stehen gemeinsam mit der Erfurter Luft vor dem Eiscafé. Sie sind etwas ungeduldig, blicken, die anderen Wartenden taxierend, um sich. Die Schönere: „Du, es gibt schon dumme Sprüche auf der Welt.“ Die Reifere: „Ja, das kannst du laut sagen.“ Die Schönere: „Kennst du diese Schilder auf Parkplätzen?“ Die Reifere: „Da gibt es Viele.“ Die Schönere schaut in ihren Geldbeutel: „Ja. Ich meine das mit dem ‚Widerrechtlich parkende Fahrzeuge werden abgeschleppt‘.“ „Was findest du daran dumm?“, fragt die Reifere. „Der Spruch stimmt einfach nicht.“ Die Reifere: „Warum?“ „Ich hatte ja schon lange Keinen mehr und da hab ich mich….“ Ein korpulenter Herr drängt sich an den Damen vorbei. „Fast hätte er mich vollgesaut. Der soll sich mal anschauen und dann Eis essen. Na ja, wo war ich? Ach ja, der Spruch. Also Folgendes: Ich hab mich auf einen Parkplatz gestellt und zwar widerrechtlich. Dachte eben, mich hat eh schon lang keiner mehr abgeschleppt. Könnte ja sein, dass….“ Die Reifere: „Das ist jetzt nicht dein Ernst.“ Die Schönere: „Na, ein wenig.“ Die Reifere: „Herr, lass Hirn…“ Die Schönere: „Auch so ein Spruch.“

Familie

Das Kind steht an der Tür, der Vater ist bereits einige Schritte vorgegangen. „Los, komm jetzt endlich!“ Das Kind schüttelt den Kopf: „Nein. Mama hat gesagt ich darf nicht mir fremden Leuten mitgehn.“ Der Vater bleibt stehen: „Aha. Und dein Papa ist ein Fremder?“ Das Kind nickt: „Wo ihr gestern so laut wart, hat Mutti gesagt: ‚Du bist mir fremd geworden.‘“

Fremde Kulturen.

Fremde Kulturen

Der Sommer schlägt wieder zu und den Passanten der Wind um die Münder. Die Schlange vor der Post am Anger durchtrennt viele Laufbahnen. Zwei Junge Männer in angepasster Bekleidung: „Alter, am Wochenende heißt es wieder Flucht.“ „Hä. Warum?“ „Isso, da ist die Gayschar wieder unterwegs?“ „Na und, juckt nicht. In Japan bezahlen die dafür, dass die kommt?“ „Was hat die Gasychar jetzt mit Japan zu tun?“ „Hä. Geishas sind doch japanische Prostituierte.“ „Du bist doch krank, Mann! Ich hab ja schon Vorurteile, aber du haust man wieder richtig auf die Kacke.“ Die Beiden nehmen ihr Zalando-Paket entgegen und verlassen die Post.

Wortspiel

Der Sandmann sitzt wie immer mit dem Rücken zu Gera. Neben ihm auf der Bank ein Halbwüchsiger mit Pilotenbrille. Er notiert etwas in sein Notizbuch. Ein Freund schaut ihm fragend über die Schulter. „Was schreibst du immer auf?“ „Was mir so einfallt.“ „Ach. Und was?“ „So Worte.“ „Aha. Und was da so?“ „Wortspiele.“ ?_? „Was?“ „Hier. Gestern bin ich colabiert.“ „So schlimm war es doch gar nicht.“ „Cooooolaaaabiert. Verstehste? „Ne? Ist das witzig?“ „Ja. Eigentlich schon.“ Der Freund fängt an zu lachen: „Ach so.“

Wandel

Die Sonne umscheint Bad Sulza. Nach einer Diskussion über die Qualität des Saale-Unstrut-Weines, beginnen die Herrschaften über ihre Ortschaft zu diskutieren. „Nein, früher war nicht alles besser.“ Den Zeigefinger erhebend: „Aber alles anders.“ Nickend: „Ja, alles anders.“ „Weißt du noch, wie wir angefangen haben?“ Kopschüttelnd: „Da war ich noch gar nicht da.“ „Ach, da warst du noch gar nicht da.“ „Nein.“ „Wann bist du hergezogen?“ „92.“ „Ach. So spät. Dann weißt du nicht wie wir angefangen haben.“ „Nein.“ „Damals waren wir Sommerfrische.“ „Schönes Wort.“ „Ja, so Wörter gibt es heute nicht mehr.“ „Wenige.“ „Wie sich die Leute immer freuten, wenn der hohe Besuch kam. Tja, das war mal.“ „Ja, aber jetzt ist doch auch noch schön.“ „Ja, aber keiner sagt mehr Sommerfrische.“ „Ja. So schöne Wörter gibt es nicht mehr.“ „Wenige.“ „Ja, alles ist anders.“ Den Zeigefinger erhebend: „Aber nicht besser.“ „Nein.“ „Nur anders. Früher Sommerfrische, heute Wellnest.“ „Kein schönes Wort.“ „Nein.“

Vergleiche

Der kühle Wind macht die Ärmel wieder lang. Neben einem Papiercontainer stehen zwei Herrschaften mit Hund. Meinungsverschiedenheiten führen zu lautstarken Wortwechseln. „Das kannst du doch nicht tun!“ „Und ob ich kann.“ Der Hund hebt das Bein. Man mustert sich gegenseitig: „Warum denn nur?“ „Weil du wie eine Schleckerfiliale bist. Grau und abgenutzt.“