19.1. – Weimar – „vom wuchern“ – Lesung mit Tim Holland & Musik von Moritz Schneidewendt in der ACC Galerie

Weimar, Galerie ACC, 19.01.2017 20:00 Uhr
Tim Holland liest aus „vom wuchern“ | Moritz Schneidewendt spielt Neue Musik auf der Klarinette | Peter Neumann moderiert.

Auf, auf!

In guter Nachbarschaft - Die unabhängige Lesereihe in Thüringen

Das Nachbarschaftsjahr 2017 startet mit einer Lesung des Berliner Autors Tim Holland. Im Rahmen der Ausstellung ALLE ACHTUNG! – Zur Ökonomie der Aufmerksamkeit liest er aus seinem Debut vom wuchern, einer zweitseitigen Faltkarte, die den Rahmen und die Formen herkömmlicher Gedichtbände sprengt und neu definiert.

Donnerstag, 19. Januar 2017 – 20 Uhr

ACC Galerie Weimar (Burgplatz 1 + 2, 99423 Weimar)

Eintritt: 2,- €/ erm. 1,- €

tim_holland_c_fine_bieler Tim Holland (Foto: Fine Bieler)

„Es geht um Fukushima, Berichterstattung und (mediale) Katastrophen, um Liebe, da geht es dann auch um asymptotische Annäherung, wo man crashen wollen würde, es geht um Territorialverhalten und um Imitation, um Bespitzelung, Singen, es geht um den Wald, um Wiese, das Meer, nicht um den Strand, aber das Ufer und das Wasser“, schreibt der Berliner Lyriker Tim Holland über seinen 2016 erschienenen Debütband vom wuchern.

Musikalisch begleitet und erweitert wird der Abend vom vielfach ausgezeichneten…

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Aufruf: „Lest!2016“ – Lesende Gesucht

Liebe Leute,

Heute habe ich ein wichtiges Anliegen. Wenn Ihr Autoren seid oder Autoren kennt, die am 14.05.2016 im Weimar ein Zeichen gegen Rechts setzen wollen, dann bitte bis spätestens 06.05.2016 unter der folgenden E-Mail Adresse melden:

weimar-gegen-rechts@web.de

Die Veranstalter sind das gegen Rechtsextremismus Weimar, das Deutsches Nationaltheater Weimar und die Kulturdirektion Weimar.

Folgend die Ausschreibung:

Das Weimarer Bürgerbündnis gegen Rechtsextremismus, das Deutsche Nationaltheater Weimar sowie die Stadtkulturdirektion laden die Bürger der Stadt Weimar dazu ein, im Gedenken an die Bücherverbrennung im Jahr 1938 aus literarischen Werken verfolgter Autorinnen und Autoren und jener, deren Bücher auf den Scheiterhaufen der Nationalsozialisten landeten, öffentlich einen Text von etwa vier bis sechs Minuten Länge vorzutragen.

Wählen Sie einen Auszug aus den Werken von: Bertolt Brecht, Richard Dehmel, Dietzenschmidt, Ernst Jünger, Hans Fallada, Lion Feuchtwanger, Heinrich Mann, Egon Erwin Kisch, Klabund, Karl Kraus, Else Lasker-Schüler, Rosa Luxemburg, Erich Maria Remarque, Ludwig Renn, Anna Seghers, Ernst Toller, Georg Trakl, Kurt Tucholsky, Friedrich Wolf, Arnold Zweig, Victor Auburtin, Gottfried Benn, Alfred Döblin, Claire Goll, Eduard von Keyserling, Robert Michel, Joseph Roth, Franz Kafka, Georg Trakl, Franz Werfel …

Termin // Samstag, 14.5.2016, 13–15.30 Uhr, Weimar, Theaterplatz, am Goethe-und-Schiller-Denkmal

Weitere Informationen unter

-> Bürgerbündnis gegen Rechtsextremismus Weimar

Web: http://www.bgr-weimar.de
Facebook: http://www.facebook.com/pages/Bürgerbündnis-gegen-Rechtsextremismus-Weimar/116569865028281
Twitter: @bgr_weimar

1. Weimarer Poetryfilmpreis, vorgestellt von der Lyrikzeitung

In Weimar gibt’s was Neues. Im Mai 2016 wird im Rahmen des backup_festivals der Bauhaus-Universität Weimar erstmals das junge Genre des Poetryfilmes gewürdigt. Noch bis zum 15.03.2016 können Filme eingereicht werden, die nicht mehr als 08:00 Minuten Spielzeit aufweisen und nach 2013 produziert wurden.

 

—–>

=>Zum Artikel der Lyrikzeitung
http://wp.me/pBWBE-9AP

=>Zur Ausschreibung des Poetryfimpreises Weimar

http://gatomonodesign.de/wordpress/?p=1866

Wie der alte Hooker

I’m in a mood
Spangen aus Haaren reißen
die Wolken zählen über dem Meer
in einem Horrorfilm weinen

in a mood
Bäume fällen mit dem Teelöffel
dem Blick eines Kindes standhalten

a mood
eine Grille fangen
auf der Autobahn
sie aussetzen und warten
bis sie springt

mood
eine Narbe im Gesicht tragen
statt eines Freundes
einem Falken den Rücken zudrehen

Mut
einem Japaner in Weimar
den Fischerhut klauen

Inspiration

Wie immer werktags gegen 18.00 Uhr ist der Regionalexpress zwischen Jena und Erfurt gut gefüllt. Fahrradkohorten und eine Dänische Dogge tragen ihr Übriges bei zur Verschärfung der Situation. In Weimar drängelt sich ein junger Mann durch die dichtgeschlossenen Reihen. Er ist schlank, trägt einen 3-Tage-Bart, Skinny Jeans. Insgesamt der Typ Soft-Hipster. Bei einer jungen Frau, die bereits die gesamte Fahrt über mit großer Bangigkeit ihren Rollkoffer fixiert hält, trifft er auf ein besonderes Hindernis. Er hebt seine Tasche an, lehnt den Oberkörper leicht nach vorne, schiebt behände das linke Bein an ihrem Leib vorbei. Was nun folgt, rechnete er nicht ein. Die junge Frau putzt sich die Nase. Dabei kommt es zu einer ruckartigen Lageveränderung ihres Oberkörpers. Vehementer noch ihr Aufschrei ob der ungewollten Nähe fremder Gliedmaßen.

– Sagen Sie, was fällt Ihnen ein?
– Ein Gedicht.
– Wie, ein Gedicht. Wollen Sie mich verarschen?
– Ich ging im Zug so für mich hin/ ihn zu verlassen war mein Sinn/doch ist im Weg die holde Maid/nicht nur ihr Koffer ist sehr breit.

Schneller als sich die Mimik der jungen Frau an das Gehörte anpassen kann, ist der Künstler breits auf der Treppe, steht auf dem sicheren Weimarer Boden. Barocker Vergeltung konnte er so entgehen.