Der rosa Elefant

der rosa Elefant
vor deiner Tür
klopfte nicht an
stand einfach da
und du mit deinen Freunden
ihr gingt durch ihn hindurch

nur für dich wurde das schwerer
irgendwann musstest du drumherum
und die anderen schauten komisch
irgendwas war anders an dir
und das Tier wuchs
immer weitere Wege für dich
und die anderen warteten nicht mehr
auf dich auf deinen langen Wegen
um einen rosa Elefanten herum
und da sprachst du sie an
und erzähltest es ihnen
und die anderen waren gar nicht mehr da

bis auf einer oder zwei
und die liefen auch so lange Wege
bis ihr aufeinander traft
und auf deine Tür zu gingt
einfach so

Das Unglück des Junggesellen

eine Ottomane im Bordell
klingt nach gestern
vielleicht nicht nach gestern Abend
da saß ich vor Netflix
und es gab keine Ottomane
im Stream, am Screen
ein Bordell konnte ich sehen
allerdings zu weit weg für mich
der Flugscham hielt mich

ich trete vor das Zimmer
vor die Tür, vor das Haus
und nirgends eine Ottomane
die könnte doch bequem sein
zum lümmeln und sich rekeln
wie man so sagt
mit Netflix vielleicht
lieber zuhause als im Bordell
ich schaue Serien alleine

Abgeschaut – O Wind, der um den Fuji weht – Japanische Lyrik

Heute möchte ich eine kleine Auswahl japanischer Lyrik präsentieren.

Viele Gedichte klingen wahr.
Aber die tiefste Wahrheit lebt in denen,
die einfach sind wie Kinderworte.

Mutsuhito

O Wind, der um den Fuji weht,
könnt ich doch einen Hauch von dir
in meinem Fächer mit nach Hause nehmen!

Matsuo Basho

Wenn du singen könntest, Schmetterling,
hätten sie dich längst
in einen Käfig getan.

Matsuo Basho

Die Wolken sehen aus wie Wogen
und die Wogen wie Wolken.
Ich muß einen Fischer suchen,
daß er mir sagt,
wo das Meer ist.

Ki No Tsurayuki

Vorgestern wälzte sich der Fluß
noch dröhnend vorüber.
Doch gestern zog er schon gedämpfter dahin.
Und heute ist er fast versiegt.
Wie kurz ist und wie sinnlos doch das Leben!

Unbekannter Dichter

Die Gedanken der Menschen
in meinem Heimatdorf
sind mir nicht mehr vertraut.
Aber die Blumen duften noch wie damals,
als ich ein Kind war.

Ki No Tsurayuki

Wenn man den Dieb, den man zur Nacht
gefangen hat, bei Licht besieht,
dann ist es der eigene Sohn.

Yamasaki Sokan

| Alle Texte sind dem folgenden Band entnommen: Hausmann, Manfred: Liebe, Tod und Vollmondnächte, Japanische Gedichte. S. Fischer Verlag, Frankfurt am Main 1951.

Pix – Allstedt

Teil Zwei der Pix Serie für diese Woche ist Schloss Allstedt im Mansberger Land. Bereits im 9. Jahrhundert wird die Anlage als Pfalz „Alstediburg“ das erste Mal erwähnt und erlebte in den folgenden Jahrhunderten eine reiche Baugeschichte. Heute finden sich hier romanische, gotische und barocke Elemente neben historistischen Umbauten.

Zu Beginn seiner Geschichte war Allstedt als beliebter Aufenthaltsort Ottonischer, Salischer und Staufischer Könige und Kaiser bedeutend in der Geschichte des Deutschen Reiches. Hier spielten sich Reichstage und Reichsversammlungen ab.
Im 14. Jahrhundert beginnen die „Edlen Herren von Qeurfurt“ mit der Umgestaltung der mittelalterlichen Anlage zu einer Wehrburg. Allstedt erhielt in dieser Zeit seine heutige Ausdehnung. In der Folge entstanden unter der Herrschaft des Ernestiners Friedrich der Weise (1463-1525) eine Vielzahl der heutigen Anlagen, darunter der Ostflügel. Die Renaissance hält Einzug und mit ihr der Pallas, in dessen Erdgeschoss bis heute die Burgküche und die Hofstube liegen.

Historisch interessant wird die Burg mit der Ankunft des Reformators Thomas Müntzer (1489-1525). Dieser wurde zu Ostern 1523 an die hiesige Johanniskirche als Pastor berufen. In seinen gerade einmal 1,5 Jahren vor Ort veröffentlichte er die Schriften „Allstedter Kirchenampt“ und „Deutzsch-Euangelisch Mesze“, richtete er eine Druckerei zur Verbreitung der eigenen Schriften ein und hielt die Fürstenpredigt am 13. Juli 1524, mit der er Johann den Beständigen (1468-2532, ab 1525 Kurfürst) aufforderte der reformatorischen Idee nicht im Wege zu stehen. Allerdings schien sein Ton gegenüber den sozialen Missständen nicht gut angekommen zu sein, denn kurze Zeit später musste er nach Mühlhausen fliehen, wo er kurze Zeit später als eine Leitfigur des Bauernkrieges ein dramatisches Ende findet. Aus der Allstedter Zeit sind vor allem Übertragungen lateinischer Kirchenlieder in die deutsche Sprache von dauerhafter Bedeutung. Das Schloss würdigt sein Andenken mit der Dauerausstellung: „1523 – Thomas Müntzer. Ein Knecht Gottes“.

Die nächsten großen Umbaupläne gab es unter Ernst August I. von Sachsen-Weimar-Eisenach (1688-1748). Allerdings führte sein früher Tod zu einem schnellen Ende der Bauarbeiten. Von der geplanten Umgestaltung zu einer Dreiflügelanlage konnte lediglich ein Teil des Vorschlosses komplettiert werden.

Natürlich darf Johann Wolfgang von Goethe auch hier nicht fehlen. Er schrieb bei seinen Aufenthalten 1776-1782 im Allstedt drei Akte der „Iphigenie auf Tauris“.
Im 19. Jahrhundert schließlich wurde mit der Schließung des Wehrgangs zu einem Galeriegang der heutige Bauzustand des Schlosses erreicht.

Eine detailreiche Geschichte des Schlosses Allstedt findet sich hier: http://www.reportagereisen.de/allstedt_02.html

Pix – St. Gallen CH

Mal eine Kleinigkeit aus der Schweiz vom Bodensee.

Ich werde jeden Tag dieser Woche eine kleine Galerie einstellen. Morgen geht es mit der Burg Allstedt im Mansfelder Land weiter.

Bikavér

Warum im Stierblut schwimmen
In der ungarischen Plörre
Wir haben jetzt Pinot und Chardonnay
Da braucht es das Donauwasser nicht mehr
Das stell wieder weg
Das holen wir dann, wenn wir uns sagen wollen
Die Tage sind schlecht

Es war ja schon damals nicht gut
Erträglich vielleicht, aber mehr auch nicht
Und heute tauchen wir im Zinfandel
Die Trauben haben sie Sonne von überall
und die Köpfe kosmopolitische Schwere

Das war vielleicht das einzige
Der Kram war ehrlich
Sobald die Flasche sich zeigte
Zeigte sich auch das Paracetamol
Vorsorge für den Vormittag
Und erst über die Stränge und dann
Den Kopf auf den Tisch geschlagen

Hände vor den Augen
Du lieber Himmel
Der Stier im Schädel gibt kein Pardon
Da gibt es auch keinen Rausch
Nur vielleicht das Rauschen vom Blut
Das ist so laut heut Morgen
Das wäre mit dem Rosé bestimmt nicht passiert
Und wachst wieder auf mit den Bewegungen rückwärts
Und alles steht neu

Es war vielleicht der Stier
Durch die Wohnung einmal zweimal
Und der Kopf wird immer größer
Verdammte Ungarn
Ist das immer noch die Rache fürs Lechfeld?

Jetzt erstmal auf
Auch das nämlich kann Stierblut
Da bleibt immer was in der Flasche
Ich fahre jetzt den Konter

Auf denn, bei den Hörnern gepackt
Ein Tänzchen ums Ränzchen
Zur Sprengung von Leber und Hirn

Kaulquappen

Zählen
so hast du die Zahlen gelernt von eins bis zehn
am Weiler mit dem Strohhütchen
zehn Minuten Robinson
verloren ganz kurz im Schilf
hindurch zum Volk der Enten
Handel treiben vielleicht
außer Schnattern war da Nichts
dann mit der Sirene nach Hause
Montag zwölf Uhr zur Bohnensuppe
gelaufen, gesprungen, ein Frosch
ein Ford ohne TÜV
Null