Te llega la hora

Knackt das Eis in Rot
weckt es mich
Campari-Morgen
schwarzer Fleck am Knie
von gestern
fielen Kleider, Worte,
Schuppen
holte sich die Windsbraut
hinab

ging der Flug
Beinherbst, kalte Gleider
gerafft paarweise

mañana macht sich Raum
im weichen Kopf
torkeln Finger mit dem
Hauch zusammen
machen sie ein Rund
verweile doch du bist so
stöhnst du ins Moos

Aktion Arschloch

Ein 22 Jahre alter Song. Ein viel älteres Problem. Ein sehr aktuelles Problem und eine gute Initiative. Verändert haben sich die Tatorte – statt Hoyerswerda und Rostock heißen sie jetzt Heidenau oder Halbe – das Problem bleibt das Alte. Gewalt gegen Menschen, die zu „uns“ kommen um der Gewalt zu entfliehen. Teilt den Song, kauft den Song, klickt den Song. Eine klare Botschaft der „besten Band der Welt“. Auf allen Kanälen soll den intoleranten , gewaltbereiten und vernunftbefreiten Herrschaften entgegenschallen was sie sind.

„ARSCHLOCH.“


Zur Aktion
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Alle Einnahmen der Aktion gehen an die Initiative „Pro Asyl„.

Lösungen

Auf dem Erfurter Anger sind die Maus und ihr treuer Begleiter, der kleine blaue Elefant, ein besonderer Anziehungspunkt. Bei Besuchern der Stadt sind die beiden als Fotomotiv oder markanter Treffpunkt geleichermaßen beliebt; und doch sind sie für manchen ein Hindernis:

Der Sommernachmittag drückt schwer auf die Stadt. Am Anger wird gewartet, gestanden, geschwitzt und gefahren. Für einen Bobby-Car-Piloten findet die Tour eine unterwünschte Unterbrechung. Unsanft trifft er auf den Elefanten. Nach einer auffallend kurzen Schockphase setzt er zurück und nimmt erneut Anlauf. Wieder ist das Hindernis stärker. Der Fahrer verlässt sein Fahrzeug und besieht sich das Objekt von allen Seiten. Einmal durchgeatmet und er stemmt sich mit seinem gesamten Gewicht gegen den Elefanten. Noch immer ist dieser nicht zu einer Bewegung bereit. Den ungleichen Kampf beobachtet eine Altersgenossin unseres wackeren Recken. Interessiert nähert sie sich dem Ort des Geschehens. Unser Pilot steht nun im Begriff das Hindernis zu erklimmen. Einmal oben angekommen, versucht er sein Vehikel zu erreichen. Was ihm fehlt, ist die richtige Länge der Arme. Langsam erscheint das unverrückbare Rüsseltier die Geduld des Recken nachhaltig zu belasten. Er trommelt genervt mit blanken Fäusten ab den Rücken des Mausbegleiters ein. Die Zuschauerin bemächtigt sich des Fahrzeuges. Einmal kurz aufgestiegen umfährt die das Hindernis rechts und stellt das Bobby Car dahinter wieder ab. Unser Pilot verlässt das Hindernis, besteigt sein Bobby Car und umrundet das vorher problembehaftete Objekt. Seine Retterin ist wieder zurück bei ihrer Mama.

Plage

jetzt saß sie
auf dem Screen
folgte der Maus
wie der Cursor
blinkte sie

dann heulte sie auf
nahm eine Tablette
mit Schnaps
ein Röcheln
kein Fliegen mehr

die Übungen vorbei
die Angst vorbei
sie surrt
zum Fenster hinaus
ich surre
zum Fenster hinaus

kein Fliegen
Röcheln
Schnaps

Cursor
Screen
Heulen
Maus
jetzt sitzt sie
und blinkt
ohne Übung
ohne Angst

Verkaufsgespräch

Der Weg zur Arbeit bringt ab und an überraschende Begegnungen. Eine Gruppe von vier Kindern, drei Mädels und ein Junge zeigt einen bemerkenswerten Geschäftssinn. In der Erfurter Krämpfervorstadt finden sie ein Gemälde. Eine nackte Dame vor gelbem Hintergrund. Nach einer kurzen Diskussion scheinen sie sich geeinigt zu haben. Sie werden ihren Fund zu Geld machen. Der Zufall macht mich zu ihrem ersten Kunden. Eine junge Verkäuferin beginnt das Verkaufsgespräch: „Stopp. Wir haben hier was.“ „Ah schön.“ „Wieviel Geld hast du dabei?“ „Hm, genug denke ich.“ „Wir haben hier was. Schauen sie mal. Gefällt ihnen bestimmt nicht.“ „Hm, na ja.“ „Das macht 50 Euro.“ Der jungen Verkäuferin wird ins Ohr geflüstert: „Du wolltest doch 5 sagen.“ „Ist ja gut, aber 50 ist mehr.“ Ich bemerke: „Das ist aber ganz schön viel.“ „Sie mögen das Bild nicht? Das ist echt gemalt. Mit Farbe original.“ „Okay. Das ist gut.“ Wieder der Berater: „Er findet es hässlich.“ „Magst du es nicht? Ist es hässlich?“ „Ja, eigentlich schon.“ „Warum. Die Frau ist doch schön.“ „Na ja. Sie ist sehr gelb.“ „Das ist weil, das Bild ist modern.“ Der Berater: „Gut dann fünf Euro.“ „Nein, das wollten wir doch nicht.“ „Nein, auch nicht.“ „Och man. Warum denn nicht.“ „Jetzt lass den Mann weiter.“ Erleichtert ziehe ich weiter: „Äh, danke.“

Taverne

unter Leuchter und Rahmen
sitzt Dichter an Dichter
sitzt stickige Luft
zwischen den Leibern

und immer einer steht
und spricht Vers auf Vers
spricht hitzige Luft
hinter die Stirn

und dann im Klatschen
wird einer rot
wird einer ruhig
sagt einer tschüss

———————-

Hier ist ein wenig Wehmut dabei. Viel Dankbarkeit, viel Freude auf Neues. Es war ein guter Abend gestern in Alberts Taverne. Ein Abend so ganz nach meinem Geschmack. Ein Abend auch mit viel Sekt in meinem Kopf und einem glücklichen Taxifahrer. Lieber Moritz, noch einmal ein leises: »Ich danke dir.«

KAMELE AUF REISEN

Hier wird mächtig auf-, gefahren, getafelt, geboten. Macht euch in die Spur und nehmt teil.

Avatar von magfliegen fangen

IMG_20140827_14292326. Juni 2015, 21:00
FREITAG IM RAUM ∙ Jena

Mit Heike Fröhlich, Nancy Hünger, Max Czollek, Peter Neumann,
Krister Schuchardt & Moritz Gause. Gesang & Gitarre: Katia S. Ditzler.
Lutz Hartmann an den Plattentellern.

HIER.

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Wie der alte Hooker

I’m in a mood
Spangen aus Haaren reißen
die Wolken zählen über dem Meer
in einem Horrorfilm weinen

in a mood
Bäume fällen mit dem Teelöffel
dem Blick eines Kindes standhalten

a mood
eine Grille fangen
auf der Autobahn
sie aussetzen und warten
bis sie springt

mood
eine Narbe im Gesicht tragen
statt eines Freundes
einem Falken den Rücken zudrehen

Mut
einem Japaner in Weimar
den Fischerhut klauen

Der letzte Ichthyosaurus

Die freien Tage zu Pfingsten luden ein die weitere Umgebung zu erkunden. Ein beliebtes Ziel ist der »Gottesgarten«, wie Viktor von Scheffel (1826-1886) die Landschaft um Bad Staffelstein nannte. Hier am Obermain liegen das auf einem Bergsporn errichtete Kloster Banz und die den 14 Nothelfern geweihte Wallfahrtskirche Vierzehnheiligen. Trotz der reichen Barockausstattung der von Balthasar Neumann (1687-1753) errichteten Basilika Vierzehmheiligen, ist es das unscheinbare Museum in Kloster Banz, welches mit einem besonderen Kleinod die Aufmerksamkehit auf sich zog.

In der dortigen Petrefaktensammlung (Fossiliensammlung) findet sich ein in seiner Schwermut kaum übertreffliches Werk über das Schicksal des letzten Ichthysosarus aus der Feder des Viktor von Scheffel:

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—-
Möchten sie mehr wissen?

> Kurzbiograpghie und weitere Werke von Viktor von Scheffel auf Projekt Gutenberg
> Wikipediaeintrag zum Ichthyosarus
> Museum Kloster Banz

So konnten wir nicht weitergehen.

Dieser alte Riesenbau in der Uhlworm, den du mit zeigen wolltest, natürlich stand er noch. Mauern so wehrhaft, bis die Fallen, steht in der Umgebung kein Stein mehr auf dem anderen. Irgendein Investor hatte auch einmal große Pläne gehabt. Ein Tagungs- und Begegnungszentrum sollte wohl entstehen. So ganz genau weiß man es nicht. Du zeigtest mit deinen spillerigen Armen auf das Schild. Verwaschen und verfalbt von 15 Jahren Stadt. Aber warum gerade hierher? Konnten wir nicht wie alle anderen in eine Bar gehen, einen Pub? Warum sollte unser zweites Treffen auf einem abgesperrten Baugrundstück stattfinden? Wir suchen Lücken, schwache Elemente im mannshohen Bretterzaun. Und ehe ich noch dem Mund öffnen konnte, warst du schon durch eine Spalte geschlüpft. Ich konnte dich nur noch erahnen. Zu leicht der Klang deiner Schritte. Dann deine Stimme und Anweisungen. Wir gingen nebeneinander, getrennt von 1,5 Zentimetern Holz in einem leichten Blauton. Hin und wieder sah ich ein Stück Sohle oder ein Paar Fasern Hosensaum. Du redetest mit mir, damit ich den Mut nicht verlor. Ein Eingang für mich in deine Welt, es musste ihn geben. Das Ende des Weges. Wir kehrten um. Wieder nur Sohne und Hosensaum. Eine besonders große Öffnung ließ mich deinen Oberschenkel erblicken. Deine Stimme zog mich noch immer. Es war doch nur etwas Holz. Bretter nebeneinander gezimmert und schlecht gestrichen. Meine Tritte und Schläge brachten keinen Erfolg. Du wolltest das auch nicht. Wenn ich zu dir käme, dann sollte es still und friedlich sein, wie du selbst. Was mir blieb war Klettern. Aber auch sagtest du nein. Du wusstest einfach, dass es einen Weg geben musste. Auch jetzt näherten wir uns wieder dem Ende des Weges. Über den Brettern deine Fingerspitzen sichtbar. Deine Lockrufe zogen mich über den Kies der Gehbahn. Gegenüber, auf einen Rollator gestützt, ging eine ältere Dame im Gespräch mit sich selbst. Sie war zu sehr mit sich beschäftigt um zu registrieren, wie gierig ich diesen Zaun anstierte.