Jena

In Jena ist West nicht gleich Paradies
im West wird gebaut, da ist gerade
kein Dach, kein Platz für Aufenthalt

gehen sie weiter, gehen sie bergab
vorbei an den Gönnataler Putenspezialitäten

da ist auch schon das Paradies,
unpraktisch gestellt, geklotzt
und etwas dreckig, und hier treibt sie der Wind
ganz unten immerhin das Paradies
als Durchgangstunnel mit Heißgetränk und FAZ

in West da ist das alles oben
in West da ist es warm und mollig
in West da wird gebaut für sie
ein Stück von Paradies bald hier

Stranger Things – Kritik by What’s Best in Life?

Man muss kein Nerd sein, um die Serie »Stranger Things« zu mögen. Eine erschöpfende Analyse warum diese Serie so stark ist, liefert der Blog »Whatsbestinlife.com«. Sehr kenntnisreich analysiert er die Handlungsstränge und stellt Querverweise heraus, die ihn als Kenner der Popkultur ausweisen. Darüber hinaus hat er ein gutes Gespür für die Ent- und Verwicklungen in der Serie. Sehr lesenswerter Beitrag zu einem runden Gesamtwerk aus dem Hause Netflix.

Avatar von JosephWhat's Best in Life?

strangerthings

Lagerfeuer-Geschichte von den Duffer Brothers.

Im Jahr 1983 verschwindet ein Junge aus der verschlafenen Kleinstadt Hawkins, Indiana, spurlos. Seine drei besten Freunde, sein großer Bruder und seine Mutter begeben sich auf die verzweifelte Suche nach ihm – und stoßen dabei auf eine verworrene Verschwörung voller Monster und Superkräfte. Das ist Stranger Things, der neueste Netflix-Coup: Eine spaßig-gruselige Achterbahnfahrt durch die fantastische Welt der 80er-Nostalgie.

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Reisen

Sommer nahe der Bahn
an taubgestandener Industrie
Ziegelbau in Weißenfels
Bäume gewurzelt im Dachgebälk
des gurrenden Mauerwerks

neben der Rollkoffertrasse
ein stromerndes Kind
zerrt an der Schafgarbe vergeblich
der Alte daneben macht auf Big Ben
und summt standhaft das eine Lied
das er kennt

am Bahnsteig gegenüber ein Fuchs
verbliebener Fahrgast
zwischen Moos und Schachtelhalm

das Reden vom Reisen
macht die Welt weit

im nächsten Jahr vielleicht
wie der Fuchs
Richtung Süden allein

Uggla

Bei Ikea liegen die Eulen
ungeordnet in der Box
zur Öffnungszeit – Nuhun
könnten sie rufen – Nuhun
und das Liegen ineinander

manch einer glückt
nach Zahlung der Ablöse
der Weg hinaus auf den Parkplatz
und mit Kennzeichen D
Nuhun

die Eule Nuhun getragen
Handpuppe in Aachen, Aalen, Artern
ganz ähnlich wie Athen
Nuhun ist ungewiss was kommt

»Magma & Mbp – Refugees welcome«

Respekt an die beiden Erfurter Jungs Magma & Mbp, die mit ihrem Track „Refugees Welcome“ ihre Sicht auf die lange schon schwelende Debatte zeigen. Zwar sind durch sinkende Flüchtlingszahlen und neue geopolitische Schlaglichter die Schlagzeilen und Bilder des Herbstes 2015 ein wenig in den Hintergrund gerückt, aber untergründig brodelt das Thema noch immer. Zunehmend präsentiert sich die Gesellschaft geteilt in zwei Blöcke, die sich derart unversöhnlich gegenüber stehen, dass auch die eigentlichen Opfer der ganzen Diskussion nicht mehr die nötige Beachtung erfahren. Umso dankbarer bin ich für diesen musikalischen Beitrag zum Thema, der klar dort Stellung bezieht, wo noch menschlich agiert wird. Der Text spricht über eine Lebenslage, die aus jedem Menschen einen Flüchtling machen kann. Nicht in Überlegungen, nicht in Disputen, nicht in populistischen Schlagwörtern, sondern einfach in Denkanregungen.

Fotowände

ein Gesicht lässt
Umrisse an der Wand

einer von Rechts kommt
gebeugt besieht sich Links
das bekannte Gesicht
länger schon hatte er
es nicht mehr gesprochen

Work it II – Ablagerung, Korrektur

Heute stelle ich die bearbeitete Variante des Textes unter dem Arbeitstitel »Ablagerung« vor. Durch eine rege Diskussion mit anderen Schreibenden konnte ich eine Anregungen gewinnen, manches verwerfen, anderes verstärken. Dennoch sind weiterhin einige Punkte nicht ganz optimal. Vor allem das Ende erscheint mir nicht zwingend genug und lässt den Text offener als beabsichtigt.

Diffundieren

Schlick quellt
durch die Zehen
weg vom Ufer
die morschen Bretter
Stege von gestern
am Schilfgürtel
der schnürt uns
den See zusammen

dir schlägt das Herz
die Kälte aus den Gliedern
die Trübungszone lässt
weiches Sinken zu

Dominik Dombrowski liest das Gedicht Wiedergänger

Reblog von parasitenpresse

Mit der Reihe »Zwischenzeit« macht der Lesezeichen e.V. auf Burg Ranis auf aktuelle Lyrik aufmerksam. In dem Videoformat stellen Gegenwartsautoren Ihre Texte vor. Neben Thomas Kunst und Ulrich Zieger liest Dominik Dombrowski einen Text aus seinem Band »Fremdbestäubung«, erschienen im Kölner Verlag »parasitenpresse«.

 

 


> Youtubechannel des Lesezeichen e.V.

> Blog der parasitenpresse .

> Profil des Autoren im Literaturport .


Für das Videoprogramm der Literatur- und Kunstburg Ranis liest Dominik Dombrowski das Gedicht Wiedergänger aus dem Band Fremdbestäubung.

über Wiedergänger — parasitenpresse

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Work it I – Ablagerung, Rohtext

Work it ist eine neue Kategorie für Beiträge auf diesem Blog. Da die Arbeit an Texten oftmals untergeht, wollen wir hier einen Blick auf den Entstehungsprozess von Texten werfen. Alle Texte sollen im Laufe Ihres Bearbeitung ind 3 Stufen präsentiert werden. Als Rohtext, als Arbeitsfahne und als endgültige Variante.

*Sedimentation/Sedimentierung (lat. für Bodensatz) ist das Ablagern von Teilen aus Flüssigkeiten oder Gasen unter dem Einfluss vom Gewicht und Zentrifugalkraft. Bildet sich eine Schicht von Schwebstoffen; d.h .von Feststoffen, die nicht in Lösung gehen und durch ihr geringes Gewicht bei linder Bewegung des Mediums verteilt werden, so nennt man diese Bodensatz oder Sediment.

 

Schlick quellt
zwischen die Zehen
weg vom Ufer
die morschen Bretter
Stege von gestern

 
Füße gestellt
in den Boden
am Schilfgürtel
der schnürt unseren
See zusammen
dir schlägt das Herz
die Kälte aus den Gliedern
 

Subkutan fährt Sediment
seine Runde mit jeder Kontraktion
und die Trübungszone am Grund
lässt weiches Sinken zu
Knöchel an Knöchel
holt dich die Schwerkraft ab
holt dich die Schwerkraft runter
holt dich die Schwerkraft heim

In guter Nachbarschaft – SUMMER EDITION – Die Autoren: Kinga Tóth

Kinka Tóth am 09.07.2016 (Start 16:30) im Glashaus in Jena. In Guter Nachbarschaft – SUMMER EDITION. Wer am Glashaus sitzt, wird Lyrik hören.

Avatar von inguternachbarschaftIn guter Nachbarschaft - Die unabhängige Lesereihe in Thüringen

In einem offenen Gespräch berichtet Kinga Tóth aus ihrer Zeit als Jenaer Stadtschreiberin und liest aus den Texten, die hier entstanden sind. Interessierte Besucher*innen und Autor*innen sind herzlich eingeladen, sich mit Fragen und eigenen Erfahrungen in das Gespräch einzubringen und über die Prozesse literarischer Arbeiten zu diskutieren.

Kinga Tóth_(c) Richard Lutzbauer [3237] Kinga Tóth (Foto: Richard Lutzbauer)

Kinga Tóth, geb. 1983 in Sárvár (Ungarn), ist Sprachwissenschaftlerin, (Sound-)Poetin, Poetry-Illustratorin und Kulturmanagerin. Zudem arbeitet sie als Journalistin und ist Lektorin für die Kunstmagazine Palócföld und Roham. Darüber hinaus ist sie Songwriterin und Frontfrau des Tóth Kína Hegyfalu-Projekts sowie Vorstandsmitglied des József-Attila-Kreises für junge Schriftsteller und aktives Mitglied bei zahlreichen anderen Projekten und Verbänden.

Zuletzt erschien von ihr: ALLMASCHINE. Gedichte (Ungarisch/Deutsch, Edition Solitude, 2014)

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Liebe Kinga, was magst du am Sommer besonders?

Hitze und Hitze.

Was ist für dich eine gute „Sommerlektüre“?

Batman am Strand.

Was darf auf der Sommerreise nach Jena nicht fehlen?

Paradiesstimmung.

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sunglasses

„In guter…

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