Lösungen

Auf dem Erfurter Anger sind die Maus und ihr treuer Begleiter, der kleine blaue Elefant, ein besonderer Anziehungspunkt. Bei Besuchern der Stadt sind die beiden als Fotomotiv oder markanter Treffpunkt geleichermaßen beliebt; und doch sind sie für manchen ein Hindernis:

Der Sommernachmittag drückt schwer auf die Stadt. Am Anger wird gewartet, gestanden, geschwitzt und gefahren. Für einen Bobby-Car-Piloten findet die Tour eine unterwünschte Unterbrechung. Unsanft trifft er auf den Elefanten. Nach einer auffallend kurzen Schockphase setzt er zurück und nimmt erneut Anlauf. Wieder ist das Hindernis stärker. Der Fahrer verlässt sein Fahrzeug und besieht sich das Objekt von allen Seiten. Einmal durchgeatmet und er stemmt sich mit seinem gesamten Gewicht gegen den Elefanten. Noch immer ist dieser nicht zu einer Bewegung bereit. Den ungleichen Kampf beobachtet eine Altersgenossin unseres wackeren Recken. Interessiert nähert sie sich dem Ort des Geschehens. Unser Pilot steht nun im Begriff das Hindernis zu erklimmen. Einmal oben angekommen, versucht er sein Vehikel zu erreichen. Was ihm fehlt, ist die richtige Länge der Arme. Langsam erscheint das unverrückbare Rüsseltier die Geduld des Recken nachhaltig zu belasten. Er trommelt genervt mit blanken Fäusten ab den Rücken des Mausbegleiters ein. Die Zuschauerin bemächtigt sich des Fahrzeuges. Einmal kurz aufgestiegen umfährt die das Hindernis rechts und stellt das Bobby Car dahinter wieder ab. Unser Pilot verlässt das Hindernis, besteigt sein Bobby Car und umrundet das vorher problembehaftete Objekt. Seine Retterin ist wieder zurück bei ihrer Mama.

Grün

Ein Verbrauchermarkt in der Erfurter Krämpfervorstadt. Ein Gespräch zwischen zwei Veteranen des Bierkaufes wird lautstark geführt. Sie sprechen von Nachhaltigkeit und der Notwendigkeit einer grünen Lunge für die Stadt.

– Hast du eine Ahnung, warum die immer so rumblöken? Mit dem Grün und dem ganzen Kram dahier. Ökö?
– Nein, gefällt mir auch gar nicht. Ökö-Aufkleber drauf und es ist teuer.
– Sag ich ja und Aufkleber machen auch nicht grün.
– Na, die sind ja immer grün.
– Ne, aber was ich meine. Guck doch mal draußen die Straßen. Alles voll mit Autos. Parkplätze null. Können doch Hanseplatz und vorne den Dings, na, ach..
– Leipziger Platz?
– Ja, den auch. Einfach wegmachen und Parkplätze hin. Gut für jeden. Auto hin und fertig. Stadt spart Geld muss nicht Gras pflegen und den Brunnen da, kann ich auch nicht mehr sehen.
– Aber alles Grau? Geht doch auch nicht. Bisschen Grün braucht es doch.
– Na in der Leipziger stehen doch die Bäume und dahier die Spielplätze und Sportplätze und so. Sind auch da.
– Aber unsere Bank auf dem Hanseplatz.
– Na, die ist dann auch weg. Egal. Wir finden eine neue. Aber hör was ich sag, solange es Fußball gibt, gibt es in Städten hier in Deutschland auch Grünflächen.

Man nickt sich zu. Man sprach ein großes Wort gelassen aus.

Die Schönheit von Erfurt

Auf dem Weg zum Petersberg, dem klassischen Treffpunkt der Erfurter in der Silvesternacht, unterhalten sich zwei Zugereiste über die Vorteile der Stadt.
– Ich find Erfurt ja schon gut.
– Jo, mir gefällt es auch so.
Er zündet eine Rakete, lässt sie aus seiner Hand starten.
– Ich meine, hier oben guter Blick, so auf die ganze Stadt und Feuerwerk.
– Jo, aber ich mein was ganz anderes. Ist erst später wichtig.
– Was meinst?
– Beim Kotzen dann.
– Was hat die Stadt mit Kotzen zu tun?
– Pass auf…
Er nimmt einen Zug aus der Flasche Goldene Aue Saurer Apfel. Holt mit den Armen weit aus.
-…wenn du in Erfurt kotzt, dann ist das gut.
– Verstehe nicht.
– Jo Bro, weil wenn du hier kotzt, siehst du schöne Häuser dabei.
– Und was ist da jetzt gut dran?
– Das war das Gute.
– Verstehe ich nicht.
– Dann pass auf…
Er nimmt einen Zug aus der Flasche Goldene Aue Saurer Apfel. Holt mit den Armen weit aus und schaut sich um.
-…wenn du hier kotzt, dann kotzt du nicht im Ghetto. Heißt halt, es liegt nicht am Ort.
– Aha, und?
– Du Lappen. Wenn du hier kotzt, ist es halt wirklich, weil du zu bist.
– Ah, verstehe. Hand drauf.