Das harte Leben
gemimt von der Tischplatte
wer am längeren Daumen sitzt
dem winkt kein Vergessen
vor lauter Welkerei
bleiben die Gedanken
auf der Strecke ins Gedicht
kamen sie vom Weg ab
Das harte Leben
gemimt von der Tischplatte
wer am längeren Daumen sitzt
dem winkt kein Vergessen
vor lauter Welkerei
bleiben die Gedanken
auf der Strecke ins Gedicht
kamen sie vom Weg ab
Durch einen seltsamen Zufall hat sich folgendes kleine Blatt bis jetzt bei mir aufbewahrt, das ich schon in meiner frühen Jugend niederschrieb, als ich vor dem Wunsche, endlich einmal Italien, das gelobte Land der Kunst, zu sehen, keine Ruhe finden konnte.
Bei Tage und in der Nacht denkt meine Seele nur an die schönen, hellen Gegenden, die mir in allen Träumen erscheinen, und mich rufen. Wird mein Wunsch, meine Sehnsucht immer vergebens sein? So mancher reist hin und kommt zurück, und weiß dann nicht, wo er gewesen ist, und was er gesehen hat, denn keiner liebt so innig das Land mit seiner einheimischen Kunst.
Warum liegt es so fern von mir, daß es mein Fuß nicht in einigen Tagereisen erreichen kann? Daß ich dann vor den unsterblichen Werken der großen Künstler niederknie und ihnen alle meine Bewunderung und Liebe bekenne? Daß ihre Geister es hören, und mich als den getreusten Schüler bewillkommen? –
Wenn zufällig von meinen Freunden die Landkarte aufgeschlagen wird, muß ich sie immer mit Rührung betrachten; ich durchwandre mit meinem Geiste Städte, Flecken und Dörfer, – ach! und fühle nur zu bald, daß alles nur Einbildung sei.
Wünsch ich mir doch kein glänzendes Glück dieser Erde; aber soll es mir auch nicht einmal vergönnt sein, dir, o heilige Kunst, ganz zu leben?
Soll ich in mir selbst verschmachten
Und in Liebe ganz vergehn?
Wird das Schicksal mein nicht achten,
Dieses Sinnen, dieses Trachten
Stets mit Mißvergnügen sehn?
Bin ich denn so ganz verloren,
Den Verstoßnen zugeweiht?
O beglückt, wer auserkoren,
Für die Künste nur geboren,
Ihnen Herz und Leben weiht!
Ach, mein Glück liegt wohl noch ferne,
Kommt noch lange mir nicht nah!
Freilich zweifelt‘ ich so gerne, –
Doch noch oft drehn sich die Sterne, –
Endlich, endlich ist es da!
Dann ohne Säumen,
Nach langen Träumen,
Nach tiefer Ruh,
Durch Wies‘ und Wälder,
Durch blühnde Felder
Der Heimat zu!
Mir dann entgegen
Fliegen mit Segen
Genien, bekränzt,
Strahlenumglänzt!
Sie führen den Müden
Dem süßen Frieden,
Den Freuden, der Ruh,
Der Kunstheimat zu!
| aus: Wackenroder, Wilhelm Heinrich: Werke und Briefe. Hanser, 1984. S. 14ff.
| Digitalisat unter: http://www.zeno.org/Literatur/M/Wackenroder,+Wilhelm+Heinrich/Schriften+und+Dichtungen/Herzensergie%C3%9Fungen+eines+kunstliebenden+Klosterbruders/Sehnsucht+nach+Italien
erzählt von den Halmen
ein kurzer Weg der Augen
über gramselnden Geschehen
erzählt über den Halmen
von dir und mir
beim Verlassen des Tages
erzählt in den Halmen
von den Beinen der Schrecke
der wir liegend lauschen
erzählt für uns
die wir zu Halmen werden
wiegend im Wind
immer wenn du von der Tinte verfolgt
mit den Blättern vom Baum
und dann durch die Pfützen fielst
immer tiefer bis zum Magmakern
wenn du in Luftschiffen
auf Polarexpeditionen gingst
um mit den Eisbären zu sprechen
über Finnwale und andere Freunde
wenn du Shibuya entdecken gingst
unbemerkt mit der Menge
aus dem Rahmen liefst
wie im japanischen Holzschnitt
immer dann machten wir
aus dem Schweigen eine Burg
zogen uns in das sachte Kratzen zurück
und genossen wie sich die Worte sammelten
Warum sollten wir nicht am Leipziger Platz
die Weltwunder suchen
Augen geworfen nach Links, nach Rechts
und jede Ampelpause macht friedlich
Warum sollten wir nicht an der Werra
laufen bis zum Wehr
mit den singenden, springenden Fischen flussabwärts
die Schwanzflossen glänzend im Licht
Warum sollten wir nicht die Sonne
auf wie Wilhelmsburg tragen
über der Stadt die Freude verschütten
Burggräben füllen mit Glück
Warum sollten wir nicht mit Sisyhpos
den Stein auf den Inselberg rollen
bis er klein und bleich im Schnee liegt
und wir rodeln dem Glühwein entgegen
Warum eigentlich nicht?
Geboren sein, um vom eigenen Tod zu leben!
César Vallejo – Wenn man bedenkt
Stehe Tinte schwitzend
Greife in deine Augen
Ziehe das Herz aus deinem Leib
Packe dir dafür den Schmerz hinein
Halte durch!
Vielleicht erleichtert dich ein Lachen
Wenn ich stolpere beim Gehen.
Tram oberhalb des Staubs
klettere auf einen Halm
hier greift dich der Wind
erhebend die Luft unter den Flügeln
treibe bis zum Steig
hier standen die Menschen
schwer vom Denken
bis ihre Kalender vorbei waren
das Licht machte den Letzten aus
uns weist es den Weg
unter dem kreisenden Milan
tritt er in die Sonne
die Augen beschirmt
in seinem Vorgarten die Äpfel
daran vorbei tritt er zur Garage
und da hochglanzpoliert steht sie und wartet
fahren darf er nicht mehr
er schiebt seine Suhler Queen vor das Tor
da kneift es im Rücken
er zuckt zusammen
legt die Hand an den Lenker
sofortige Straffung in allen Zellen
Gänsehaut, Schwalbenhaut wie er es nennt
und der Schwung der Beine
schon sitzt er
die Schmerzen im Rücken als Sozius
nur den Helm lässt er weg
wie er so unter der Sonne steht
summt er schmissige Lieder
Liegen und Worte zählen die man noch sagen kann
beim Vorschlag Matratze schon stutzt du
das könnte doch zur Krisenkommunikation genutzt werden
so eine Matratze ist ein Refugium, unter ihr versteckt man
auf ihr liegt man und tut Dinge, die ich auch tun wollte
aber wir zählen weiter. Den Vorschlag Montag lehnst du auch ab.
Montag ist Krise in einem Wort. Montag ist wie ein Diktator der Woche.
Keiner will ihn und alle gehorchen. Beim Vorschlag Wiese schüttelst du den Kopf.
Wiesen sind keine gute Idee. Wie auf der Matratze kann man hier liegen und Dinge tun, die ich auch tun möchte.
Aber jetzt wo die Wiesen alle dürr sind, legt man sich nicht freiwillig. Ich sage Strand. Du sagst Wohlstandssignal.
Ich sage Kaffeetasse. Du sagst Anbaumethoden und Plantagenwirtschaft. Ich sage Kuss, da sagst du Übergriffigkeit.
Ich sage du. Da denkst du kurz nach. Schüttelst den Kopf. Dein Blick der zu einem trotzigen Kind.
Du heiße immer von sich weisen. Du heiße vom Ich ablenken.
Jetzt ist die Liste immer noch leer und ich lasse dich allein.
Jetzt sind sie alle übereinandergestürzt
Vertrieben durch den Marmorkopf vom Alten Fritz
Segeln die Bände und blättern sich zusammen
Da landet der Ermittler aus Berlin in Istanbul und wird aus Venedig gegrüßt
Hier geht es ja zu wie bei der ARD denke ich und sortiere meine Mediathek neu.
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