Hinter dem Horizont

alles ist okay

auf dem weg
zum krokodile zähmen

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Wintermädchen

Noch warten wir. Der Herbst verwöhnt mit Sonne, blauem Himmel. Der Körper schwitzt. Er friert selten. Dennoch ein älterer Text als Vorausschau. Auch das wird wieder kommen.

Wintermädchen

 

Du bist mit dem Schnee gekommen,
weißer als er, viel weniger befleckt
lagst du hier an einem Morgen.

 

Dir einen Mantel stricken, so lang
wie den Winter wollte ich
ihn werden lassen, du schautest auf
meine Finger, meine aufgerissenen
Nagelbetten und sagtest nur:
„In camera caritatis.“

 

Und als Labsal flochtest du
dein Haar in das Meine
und in die Geborgenheit
versank dein Wort mit der Stunde
und der Anmut der Wintervögel.

 

In den Schnee bist du gegangen, noch
immer viel zu fleckenlos für mich.
Einen Mantel tragen, viel zu lang
für diesen eiligen Winter?

 

Wer weiß schon von den ganzen
Geschichten mit den Namen
unerkannter Wintermädchen

Blumen für Millionen

A little bit of Looney Koons. Glitzer für alle im trögen November. Wobei, da waren doch Sonne und ein verkaufsoffener Sonntag, ist das nicht fast ebenso glänzend. Oj wej.

Fotobeitrag von @goodoldsex.

Quelle: Blumen für Millionen

 

Danke dem Alltagssplitter.

Te llega la hora

Knackt das Eis in Rot
weckt es mich
Campari-Morgen
schwarzer Fleck am Knie
von gestern
fielen Kleider, Worte,
Schuppen
holte sich die Windsbraut
hinab

ging der Flug
Beinherbst, kalte Gleider
gerafft paarweise

mañana macht sich Raum
im weichen Kopf
torkeln Finger mit dem
Hauch zusammen
machen sie ein Rund
verweile doch du bist so
stöhnst du ins Moos

Aktion Arschloch

Ein 22 Jahre alter Song. Ein viel älteres Problem. Ein sehr aktuelles Problem und eine gute Initiative. Verändert haben sich die Tatorte – statt Hoyerswerda und Rostock heißen sie jetzt Heidenau oder Halbe – das Problem bleibt das Alte. Gewalt gegen Menschen, die zu „uns“ kommen um der Gewalt zu entfliehen. Teilt den Song, kauft den Song, klickt den Song. Eine klare Botschaft der „besten Band der Welt“. Auf allen Kanälen soll den intoleranten , gewaltbereiten und vernunftbefreiten Herrschaften entgegenschallen was sie sind.

„ARSCHLOCH.“


Zur Aktion
AA auf FB – Teilen.


Alle Einnahmen der Aktion gehen an die Initiative „Pro Asyl„.

Lösungen

Auf dem Erfurter Anger sind die Maus und ihr treuer Begleiter, der kleine blaue Elefant, ein besonderer Anziehungspunkt. Bei Besuchern der Stadt sind die beiden als Fotomotiv oder markanter Treffpunkt geleichermaßen beliebt; und doch sind sie für manchen ein Hindernis:

Der Sommernachmittag drückt schwer auf die Stadt. Am Anger wird gewartet, gestanden, geschwitzt und gefahren. Für einen Bobby-Car-Piloten findet die Tour eine unterwünschte Unterbrechung. Unsanft trifft er auf den Elefanten. Nach einer auffallend kurzen Schockphase setzt er zurück und nimmt erneut Anlauf. Wieder ist das Hindernis stärker. Der Fahrer verlässt sein Fahrzeug und besieht sich das Objekt von allen Seiten. Einmal durchgeatmet und er stemmt sich mit seinem gesamten Gewicht gegen den Elefanten. Noch immer ist dieser nicht zu einer Bewegung bereit. Den ungleichen Kampf beobachtet eine Altersgenossin unseres wackeren Recken. Interessiert nähert sie sich dem Ort des Geschehens. Unser Pilot steht nun im Begriff das Hindernis zu erklimmen. Einmal oben angekommen, versucht er sein Vehikel zu erreichen. Was ihm fehlt, ist die richtige Länge der Arme. Langsam erscheint das unverrückbare Rüsseltier die Geduld des Recken nachhaltig zu belasten. Er trommelt genervt mit blanken Fäusten ab den Rücken des Mausbegleiters ein. Die Zuschauerin bemächtigt sich des Fahrzeuges. Einmal kurz aufgestiegen umfährt die das Hindernis rechts und stellt das Bobby Car dahinter wieder ab. Unser Pilot verlässt das Hindernis, besteigt sein Bobby Car und umrundet das vorher problembehaftete Objekt. Seine Retterin ist wieder zurück bei ihrer Mama.

Plage

jetzt saß sie
auf dem Screen
folgte der Maus
wie der Cursor
blinkte sie

dann heulte sie auf
nahm eine Tablette
mit Schnaps
ein Röcheln
kein Fliegen mehr

die Übungen vorbei
die Angst vorbei
sie surrt
zum Fenster hinaus
ich surre
zum Fenster hinaus

kein Fliegen
Röcheln
Schnaps

Cursor
Screen
Heulen
Maus
jetzt sitzt sie
und blinkt
ohne Übung
ohne Angst

Verkaufsgespräch

Der Weg zur Arbeit bringt ab und an überraschende Begegnungen. Eine Gruppe von vier Kindern, drei Mädels und ein Junge zeigt einen bemerkenswerten Geschäftssinn. In der Erfurter Krämpfervorstadt finden sie ein Gemälde. Eine nackte Dame vor gelbem Hintergrund. Nach einer kurzen Diskussion scheinen sie sich geeinigt zu haben. Sie werden ihren Fund zu Geld machen. Der Zufall macht mich zu ihrem ersten Kunden. Eine junge Verkäuferin beginnt das Verkaufsgespräch: „Stopp. Wir haben hier was.“ „Ah schön.“ „Wieviel Geld hast du dabei?“ „Hm, genug denke ich.“ „Wir haben hier was. Schauen sie mal. Gefällt ihnen bestimmt nicht.“ „Hm, na ja.“ „Das macht 50 Euro.“ Der jungen Verkäuferin wird ins Ohr geflüstert: „Du wolltest doch 5 sagen.“ „Ist ja gut, aber 50 ist mehr.“ Ich bemerke: „Das ist aber ganz schön viel.“ „Sie mögen das Bild nicht? Das ist echt gemalt. Mit Farbe original.“ „Okay. Das ist gut.“ Wieder der Berater: „Er findet es hässlich.“ „Magst du es nicht? Ist es hässlich?“ „Ja, eigentlich schon.“ „Warum. Die Frau ist doch schön.“ „Na ja. Sie ist sehr gelb.“ „Das ist weil, das Bild ist modern.“ Der Berater: „Gut dann fünf Euro.“ „Nein, das wollten wir doch nicht.“ „Nein, auch nicht.“ „Och man. Warum denn nicht.“ „Jetzt lass den Mann weiter.“ Erleichtert ziehe ich weiter: „Äh, danke.“

Taverne

unter Leuchter und Rahmen
sitzt Dichter an Dichter
sitzt stickige Luft
zwischen den Leibern

und immer einer steht
und spricht Vers auf Vers
spricht hitzige Luft
hinter die Stirn

und dann im Klatschen
wird einer rot
wird einer ruhig
sagt einer tschüss

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Hier ist ein wenig Wehmut dabei. Viel Dankbarkeit, viel Freude auf Neues. Es war ein guter Abend gestern in Alberts Taverne. Ein Abend so ganz nach meinem Geschmack. Ein Abend auch mit viel Sekt in meinem Kopf und einem glücklichen Taxifahrer. Lieber Moritz, noch einmal ein leises: »Ich danke dir.«

KAMELE AUF REISEN

Hier wird mächtig auf-, gefahren, getafelt, geboten. Macht euch in die Spur und nehmt teil.

Avatar von magfliegen fangen

IMG_20140827_14292326. Juni 2015, 21:00
FREITAG IM RAUM ∙ Jena

Mit Heike Fröhlich, Nancy Hünger, Max Czollek, Peter Neumann,
Krister Schuchardt & Moritz Gause. Gesang & Gitarre: Katia S. Ditzler.
Lutz Hartmann an den Plattentellern.

HIER.

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