Was Neues zu sehen
Wurdest du enttäuscht
Überall die gleichen Gruppen
Fabrik und Kirche und Lidl
Angestrahlt verschiedenfarbig
Das machte wenig her
Bis du das Kalb sahst
Unter der Kuh
Dieses Kalb das trank
Dieses Kalb so echt
War ein Busch
Immerhin
Schlagwort: Lyrik
18.2. – Erfurt – watch us grow. IGN, Heft, Hant, Literaturfestival Erfurt+Mosaik zu Besuch bei Frau Korte
Thuringias Finest und Mosaik/Salzburg come to get you.
In guter Nachbarschaft - Die unabhängige Lesereihe in Thüringen
Watch us grow. Literatur + Musik + freie Szene.
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Samstag, 18. Februar 2017
Frau Korte (Nordbahnhof, Magdeburger Allee 179, 99086 Erfurt)
Einlass: 19 Uhr
Beginn: 20 Uhr
Eintritt: 3,- €
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Als gemeinsamer Auftakt für ein neues Jahr der Zusammenarbeit und Freundschaft treten WIR – In guter Nachbarschaft, Literaturfestival Erfurt, hEFt, HANT – Magazin für Fotografie – offen in Dialog miteinander und lassen, in gewohnter Manier, Literatur für uns sprechen, der Syntax ihr Spiel und dem Abend seinen Lauf.
Vier unabhängige Thüringer Initiativen für Literatur, Photographie, Kunst und Alltag treten geschlossen und vor allem entschieden auf und trotzen bei Frau Korte im Nordbahnhof dem Wetter. Was das heißt? Ganz einfach: Vier Schriftsteller*innen treffen aufeinander, geben & nehmen sich das Wort und machen dadurch vor allem deutlich, dass Literatur und Erfurt sich keineswegs ausschließen.
Mit dabei sind: Kinga Tóth, Franziska Wilhelm, Franziska Ostermann und Michael Donth liest Arno…
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Skyline
auf der Brücke – nein
auf der richtigen Brücke – nein
in der Mitte der richtigen Brücke
rücken die Schrapnelle zusammen
stehen als Flimmerfäden Visier
und jetzt auf die Sprache zielen
dazwischen springen
hängenbleiben im Netz
so stark schwingt es
hinter den Fassaden
und davor eine Luft
die viele Begriffe kennt
gespannt wie Wäscheleinen
zwischen Büros
der Ruf hinüber zum nächsten
eine Schwingung dem Vogelflug im Weg
Bedarfe
Nächster Halt: Glück auf
Nächster Halt: Glück auf
das hörst du zwei Mal
kurz vor Nordhausen
Bedarfshalt, und du weißt
es wird so ein Tag
hell ist der
und macht den Herbst beliebt
und du fährst zur Brennerei
das Wort Verkostung im Kopf
Glück auf, der erste Korn
Glück auf, der zweite Korn
Bedarfshalt Gedicht
Nordhausen in der Kehle
und du schreibst wieder
nur vom Schnaps
Vorm Anadolu
Mädchen was stehst du
Nervös im Rauch
Vorm Anadolu
Gemeinsam mit den Tomaten
Lokaler Anbau, recht günstig.
Was zitterst du in Richtung der Zwei
Die fährt in die falsche Dichtung
Aber damit hast du nichts zu tun
Ich brauche dich hier
Vorm Anadolu
Mit dem Skelettkopf auf dem Shirt
Und deinem Zittern
So ruhelos
Wärmst du dich an deiner Kippe
Dass auch der Dönermann um dich besorgt
In den Zeilen erscheint
Vorm Anadolu
Herrschen Kälte und Poesie
Und beide greifen nach dir.
Schöpfe
wo noch die Haare sind
jetzt Undercut und Scheitel
glänzt ganz sicher bald
verräterisch dir der Schädel
dann brennt sich die Sonne furchig ein
Wer will daran denken?
Ich singe dir dennoch ein Lied
das Lied von der Fleischkuppe
das Lied von den Augen gerichtet
auf verrunzelten Kopf
damit erhoffe ich dich abzulenken vom Grau
das sich bald in meinen Scheitel schleicht
und ich mit Hüten tarne
Strukturrast
Mal schaun…was wir jetzt machen
Wie ihr sicher mitbekommen habt, ist der Blog eine bunte Mischung aus einigen meiner literarischen Texte, Fotografien von Ausflügen und einer Reihe von „fremden“ Beiträgen, die ich einfach rebloggen musste. Vor allem die Beiträge der Parasitenpresse möchte ich hervorheben. Kinga Tóths „Wir bauen eine Stadt“ macht mich ein wenig glücklich. Nicht weil die Sprache als „Bauherrin“ agiert – nein – ich genieße einfach die Unbändigkeit der Texte. Dabei bemerke ich, was meinen eigenen Texten fehlt. Sie werden durch das Fehlen eines Attributes nicht automatisch schlechter, aber es regt zum Nachdenken an. Auch die Unbedingtheit von Björn Kuhligks‘ Langgedicht „Die Sprache von Gibraltar“ überzeugt. Nehme ich noch die Spiellust der Lyrik von Thomas Kunst hinzu, komme ich auf eine Zahl von starken Einflüssen, die mir in den nächsten Wochen und Monaten vielleicht helfen wieder etwas produktiver zu werden.
Ich bin es selber leid, dass ich den Alltag und den Broterwerb immer als Gründe vorschiebe wenig zu schreiben. Vollkommener Unsinn. Wenn Abende mit Netflix die Regel sind, dann sollte es kaum verwundern, dass die Zeit für die eigene Literatur knapp wird.
Ich werde den Blog mit einigen kleinen Änderungen weiterführen. Die „Work it“ Reihe wird auf jeden Fall weitergeführt. Die „10 Pix“ Fotobeiträge natürlich ebenso. Neu werde ab und an Beiträge wie diesen einstreuen. Unregelmäßig kommen damit Wasserstandsmeldungen zu meiner Lektüre und dem Stand meiner Texte. Beiträge von Außen bleiben an Bord um zu zeigen, was mich gerade beschäftigt.
Auf wiederschaun.
P.
Dominik Dombrowski liest das Gedicht Wiedergänger
Reblog von parasitenpresse
Mit der Reihe »Zwischenzeit« macht der Lesezeichen e.V. auf Burg Ranis auf aktuelle Lyrik aufmerksam. In dem Videoformat stellen Gegenwartsautoren Ihre Texte vor. Neben Thomas Kunst und Ulrich Zieger liest Dominik Dombrowski einen Text aus seinem Band »Fremdbestäubung«, erschienen im Kölner Verlag »parasitenpresse«.
> Youtubechannel des Lesezeichen e.V.
> Profil des Autoren im Literaturport .
Für das Videoprogramm der Literatur- und Kunstburg Ranis liest Dominik Dombrowski das Gedicht Wiedergänger aus dem Band Fremdbestäubung.
über Wiedergänger — parasitenpresse
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Work it I – Ablagerung, Rohtext
Work it ist eine neue Kategorie für Beiträge auf diesem Blog. Da die Arbeit an Texten oftmals untergeht, wollen wir hier einen Blick auf den Entstehungsprozess von Texten werfen. Alle Texte sollen im Laufe Ihres Bearbeitung ind 3 Stufen präsentiert werden. Als Rohtext, als Arbeitsfahne und als endgültige Variante.
*Sedimentation/Sedimentierung (lat. für Bodensatz) ist das Ablagern von Teilen aus Flüssigkeiten oder Gasen unter dem Einfluss vom Gewicht und Zentrifugalkraft. Bildet sich eine Schicht von Schwebstoffen; d.h .von Feststoffen, die nicht in Lösung gehen und durch ihr geringes Gewicht bei linder Bewegung des Mediums verteilt werden, so nennt man diese Bodensatz oder Sediment.
Schlick quellt
zwischen die Zehen
weg vom Ufer
die morschen Bretter
Stege von gestern
Füße gestellt
in den Boden
am Schilfgürtel
der schnürt unseren
See zusammen
dir schlägt das Herz
die Kälte aus den Gliedern
Subkutan fährt Sediment
seine Runde mit jeder Kontraktion
und die Trübungszone am Grund
lässt weiches Sinken zu
Knöchel an Knöchel
holt dich die Schwerkraft ab
holt dich die Schwerkraft runter
holt dich die Schwerkraft heim


