Der Sommer dehnt sich durch des Himmels weiรe Glut,
ein Schattenkรถnig, der ein Urteil sieht vollstrecken.
Despotisch siehst du ihn die fahlen Arme recken,
der mรผde Landmann schlรคft und jede Arbeit ruht.
Die Lerche sang heute nicht, sie blieb bei ihrer Brut.
Nicht eine Wolke will ein wenig Blau verdecken,
und nicht ein Windhauch will ein leises Sรคuseln wecken.
Die Stille lastet schwer auf Wiese, Hain und Flut.
In dieser starren Ruh verstummen selbst die Grillen,
die Bรคche flieรen nur in schmalen, seichten Rillen,
ihr Kieselbett ist leer, und gelb das Ufermoos.
Im grรผnen Tรผmpel nur im Schatten jener Espen,
da schwirren glitzernd noch Libellen ruhelos,
und manchmal blitzen durch die Luft schwarzgelbe Wespen.
| aus: Zweig, Stefan (Hg.): Paul Verlaine. Gedichte. Eine Anthologie der besten รbertragungen. Berlin 1907. รbers. von Otto Hauser.
| Digitalisat unter: Projekt Gutenberg
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