ringsum.

Das waren
Die Löcher im Holz
Bei Sommerwind Insekten folgen
Ich denke, du kennst ihn noch
Der Baumstamm alt und zerfressen
Wurde hierhergebracht
Zum Klettern, zum Stürzen
Und wenn einer von uns fiel
Flog der andere hinterher
Immer als anderer Held
Standen wir denen gegenüber

Lass uns noch einmal klettern
Und lachen bis uns die Luft ausgeht
Vielleicht dreht sich der Boden wieder
Und dann eins zwei zehn
Wenn einer von uns fällt
Fliegt der andere hinterher
Stehen wir denen gegenüber
Die wissen nichts
Gar nichts

Es flanierte

Einmal ein Gedicht
Mit Hut und Binde
Den Stock geschwungen
Der Knauf 925er Sterling
Hundekopf gefletschte Lefzen

Ein Gentleman bin ich
Habe er gesagt, es heißt
Jemand habe ihn so verstanden

Den Hut gelüftet
Darunter Nichts
Als die Binde
Ein wenig die Luft zu behalten

Da kam keiner mehr vorüber
Und der Gedicht verschlief
Das Ende seiner Gehbahn
Wachte zwischen Wolkenkratzern auf
Machte Diät und wurde zu fresh
für Binde und Lefzen

Der Gedicht fing an zu joggen
Rannte pfiffig unter den Türmen
Den Herren keck winkend
Die machten aus ihm eine Werbung
Und er machte sich einen Namen

13.4. – Jena – IN GUTER NACHBARSCHAFT #16

In Guter Nachbarschaft Season 2018 kicks of in Jena.
13.04.2018 | 20:00 Uhr
Galerie im Stadtspeicher | Jena

In guter Nachbarschaft - Die unabhängige Lesereihe in Thüringen

Lesung und Konzert mit Luise Boege und Mark Weschenfelder

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13. April 2018 – 20 Uhr

Galerie im Stadtspeicher (Markt 16, Jena)

Eintritt: 3,-/5,- € (nur Abendkasse)

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Kühn wie lustig. Listig wie verstörend. Mit Exorzismus in Polen Die Schönheit der Wüste (parasitenpresse) erscheint ein Jahr nach den Erzählungen Bild von der Lüge (Reinecke & Voß) ein neuer Prosaband von Luise Boege, welcher der Experimentierfreudigkeit des Vorgängerbandes in nichts nachsteht. Latenz und Varianz, Durchstreichung und copy and paste sind die Verfahren dieses Textes, in dem es um Sonnenuntergänge im November geht, um Beobachtungs- und Kommunikationsschlaufen, um generationale Neurosen und Beziehungen in ihren zeittypischen Erscheinungsformen. Begleitet wird Luise Boege an diesem Abend im Jenaer Kunstverein von dem Saxofonisten und Klarinettisten Mark Weschenfelder, der sich am liebsten in den Genres der improvisierten und experimentellen Ton- & Klangkünste bewegt. Was ihn als Spieler dabei besonders interessiert und auszeichnet sind die dynamischen Prozesse, die…

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Pix – Wernigerode

„Die Bunte Stadt im Harz“ – so nennt sich Wernigerode selber. Tourismusmarketing benötigt einprägsame Floskeln, diese hier soll immerhin auf Hermann Löns zurückgehen und der kannte sich mit Farben aus. Bunt ist Wernigerode tatsächlich – zumindest die Fassaden der Innenstadt.
Wen es hierhin verschlägt – der sucht zumeist drei bekannte Landmarken:

  • Das mittelalterliche Rathaus.
  • Den Brocken, der von hier aus mit der Schmalspurbahn erreichbar ist.
  • Das Wernigeroder Schloss über der Stadt.

Auch wenn es mich nicht auf den Brocken getrieben hat – ich war wieder sehr touristisch veranlagt. Immerhin ergibt sich so immer ein guter erster Eindruck.
Es ging bei ständig wechselndem Wetter als Erstes hinauf zum Schloss. Wie viele andere ist es eine zu großen Teilen eher junge Anlage und im typischen Stil des Historismus erbaut.
Die Fürsten von Stolberg-Wernigerode folgten am Ende des 19. Jahrhunderts dem aktuellen Trend zum Umbau des Stammhauses zu einer repräsentativen Anlage, bei der Punkte wie die Wehrhaftigkeit nur noch als Gestaltungsmomente verblieben. Nähert man sich aus der Stadt wirkt der Bau eher gedrungen – ein Eindruck, der sich beim Blick über den kompakten Innenhof nochmals verstärkt. Hier zeigen sich auch die unterschiedlichen Bauphasen am deutlichsten. Ganz anders zeigt sich der Bau beim Betreten über die Schlossterrasse. Hier wirkt das alles wesentlich harmonischer und großzügig angelegt. Diese Front ist natürlich auch das beliebteste Fotomotiv des Schlosses. Über die Stadt hinweg geht die Aussicht bis zum Brocken. Bemerkenswert ist wie flächendeckend die umliegenden Erhebungen bewaldet sind.


Die Stadt ist geprägt von den schon angesprochenen bunten Fassaden und eine geschlossene Fachwerkbebauung. Das prägnanteste Beispiel ist natürlich am Marktplatz zu finden: Das Rathaus mit seiner bekannten Doppelturmfassade und der Vielzahl an Schnitzfiguren an Fachwerk und Geschossüberständen. Und auch wenn der Bau die Blicke auf sich zieht – er drängt sich nicht auf. Überhaupt ist Wernigerode, wie auch Meißen oder Wittenberg eine Stadt die im Zentrum sehr harmonisch wirkt. Immer wieder zeigt sich mittendrin ein Kleinod, dass sich entweder durch Schnitzwerk oder sein Fachwerk abhebt.

Der Frosch – Eine Hälfte eines Gespräches

Tatort: Südthüringenbahn zwischen Meiningen und anderswo
Tatzeit: Anfang März, Samstag vormittag. Es ist kalt und ungemütlich.

Beim Betreten des Zuges liegt auf einer 4er-Sitzgruppe ein Handtuch quer über das Polster.
Daneben steht ein geöffneter Wander-Rucksack. Aus der Toilette des Schienenfahrzeuges ein Klingeln.
Der Besitzer des Polsterarrangements verlässt die Sanitärkabine und das Gespräch beginnt:

…ja mein Schatz! Ich bin gerade noch im Zug.
…im Zuhug. Nach heim.
…Eine halbe Stunde.
…Eine halbe Stunde noch.
…Sowieso alles scheißig hier. So bumsglatt. Hab mich erstmal auf den Arsch gepackt.
…Jetzt ist ein Handtuch untergelegt.
…Was lachst du’n da? Habe ich immer dabei.
…damit der Sitz nicht nass wird.
…Ja der wird doch sonst nass.
…Ne, das machen wir dann am Nachmittag.
…Du kannst ja schon mal unsere Straße machen.
…Doch in eher halben Stunde. Sonst macht eben Papa wieder alles allein.
…Ja Papa.
…Deswegen bist du doch meine Göttin. Küsschen.
…Die packst du in die Babysitzschale und den Skianzug und dann los.
…Klar kannst du, das sind zehn Minuten.
…Wenn nicht, dann ruf die Iris an. Die nimmt sie so lang. Die hat doch immer Zeit.
…Oder tu sie hoch zu der Krankenschwester.
…Zehn Minuten sind das. Mehr nicht.
…Dann eben fünfzehn.
…Ich hab ziemlich Hunger.
…Dann macht das eben der Papa.
…Deswegen bist du ja meine Göttin.
…Ich streichele auch deinen kleinen Frosch.
…Ja bis er glitschig ist.
…Wie machst es mit Baby?
…Zur Krankenschwester? Gut.
…Ja auch die Kaulquappe kommt.
…Zum Frosch.
…Zum Frohosch.
…Lieb dich Göttin.
…Nein dich.
…Den Frosch auch.
…Gleich. Jetzt mach die Straße.
…Papa kommt ja gleich. Halbe Stunde.
…Ja dich.
…Küsschen.

Work it 2 – Im Schatten von Mauern geboren

Liegen wir flach und schwarzhaarig
Weit weg vom legendären Wasser
Einer erzählte uns davon
Vom Leben unter Wellen wie
Leben unterm Halm

Uns trägt hier keiner raus
Wir bleiben liegen/sitzen
Einige sollen gegangen sein
Ihre Köpfe auf die Mauer gesprüht
Neben ihren Tags lehnen wir

Und liegen weiter unter der Sonne
Die kennt unsere Seite und die andere
Manchmal wagen wir das Klopfen
Und hoffen auf Antwort
Von irgendwas da drüben
Es bleibt still

Und keiner kann uns andres sagen
Die Mauer war da vor euch
Vor uns, vor denen vor uns
Wir haben uns hier drinnen
Das reicht vollends

Und wir liegen hier in Ruhe
Mit den Bienen auf der Hand
Und der Honig macht es erträglich
Warm und süß
Bleibt keine Wolke im Blick.

Mal schaun – Türe zum Schnee – Ich bin faul

Wozu hast du überhaupt einen Blog, wenn du nichts postest? Zugegeben: Die Frage stelle ich mir häufiger. Aber einen Blog nur zu bestücken, damit da überhaupt etwas passiert erscheint mir auch nicht sehr sinnvoll. So gab es im Laufe des Jahres einige Pausen und die wird es auch nächstes Jahr wieder geben. Ein Blog sollte Spaß machen und interessant sein – allerdings – und da bin ich ehrlich, noch mehr für mich, als für den Leser. Das Tippen eines Beitrages oder auch nur das Verlinken eines Beitrages anderer Blogs ist zwar nicht immer große Arbeit, aber ohne einen eigenen Impuls macht es für mich keine Freude.

Impulse sind auch bei Lektüre und Schreiben immer wichtige Themen und hier bin ich schon wieder bei Jürgen Becker (*1932) gelandet. Erst in Form des Bandes „Die Türe zum Meer“ (1983), dann in Form einiger Videos auf dem Youtube-Channel seines Verlages Suhrkamp. Jetzt ist es einfach das Impulssuchen eines verdienten Lyrikers mit dem Eigenen in Verbindung zu bringen und zu sagen: „Genau so ist es! Schaut an, er hat das selbe Problem“. Tolle Apotheose der eigenen Faulheit. Natürlich sind wichtigere Dinge zu Tun, gerade wenn das Schreiben „nur ein Hobby“ ist. Arbeit, soziales Umfeld, die eigene Weiterentwicklung – gerne vorgeschobene Punkte, die ganz sicher eine Menge eigener Potentiale binden und trotzdem: Macht man – mache ich – es mir nicht oft zu einfach, wenn ich das altbekannte „morgen, morgen, nur nicht Heute anstimme“? Wenn es immer einen Grund gibt nicht das eigene Schreiben, die eigenen Texte zielgerichtet voranzutreiben?

Ich bin faul. Ich bin zu bequem. Nicht in allen Belangen. Das immerhin kann ich mir zugute halten. Aber in der Literatur bin ich wirklich eine lahme Socke. Das bemerkt man nicht nur an Pausen für den Blog, sondern auch an einer Vielzahl verstrichener Ausschreiben. Der Kalender wird gefüllt mit einer Reihe von Terminen. Von wichtig, über vielleicht wichtig, bis überschaubar wichtig farblich abgestuft. Sie rücken näher, rücken heran, rücken vorbei. Aha, wieder einer rum. Und nun? Na der nächste kommt bestimmt.

Versteht mich nicht falsch: Ich möchte euch nicht erzählen, dass ich faul bin und daher nichts schreibe. Ich beabsichtige nur, dass ihr es nicht auch so macht. Wenn ihr den Impuls bemerkt, wenn ihr das Gefühl habt, da ist etwas, was verdient hat ausgerückt zu werden – dann schnappt euch ein geeignetes Medium und haut das Ding raus. Und wenn es nicht gleich rund ist – egal! Dann platziert es so vor euch, dass ihr gar nicht drumherum kommt euch damit auseinanderzusetzen. Haut raus, was raus gehört. Vielleicht – aber nur vielleicht – schaffe ich das auch mal wieder häufiger und ihr sehr nicht immer den gleichen Beitrag, wenn ihr hier landet.

Finale Nachbarschaft 2017 – mon ami Weimar – 08.12.2017 – Wassily Kandinsky als Dichter

 

Zum Jahresende stellen wir mit In guter Nachbarschaft noch einmal etwas richtig Großes auf die Beine! Meine wärmste Empfehlung – nicht nur als Veranstalter. Wir sehen uns in Weimar. Alle Infos hier.

über Wassily Kandinsky als Dichter — Novastation

Gleichberge.

Das ist nix
Nicht viel, jedenfalls
Machst du halt an den Gleichbergen
Die stehen da als Solitär
Und irgendwer hat das Drumherum vergessen
Sie stehen da, vielleicht ja für den Wandersmann
Bestiegen zu sein, beschwingten Gangs

Aber dann stell dir vor
Es lässt einer Wasser ins Becken
Um Römhild kannst du dann
Den Städtchen Abschied winken
An den Kirchentürmen ankern
Um nach den Hügelgräbern zu tauchen
El Gouna in Thüringen
Bad Königshofen Resort und Spa
All Inclusive Hildburghausen

Bei Wutha ist warten

im ICE
auf was?

der eine sagt, nach Fulda geht’s
da möchte er spielen
das locke die Kinder
mit dem Rhythmus im Blut
die trommeln dann mit

auf was sonst
als die Wartburg
sagt einer
und lacht allein

dann bleiben wir ruhig
ich habe Zeit
auch wieder hier
sagt noch der Schaffner
was auch immer das heißt