Abgeschaut – Ivo Andric – »Der Mensch kann leben«

Der Mensch kann leben, solange er die Kraft besitzt, sich Illusionen hinzugeben, um so die Unvollkommenheit der Welt und die Vergänglichkeit alles Bestehenden zu ertragen; wenn er diese verliert, taugt er nicht mehr fürs Leben, er erträgt es schwer, und es wäre besser für ihn, das Leben möglichst bald auf eine schöne Weise wegzuwerfen. Doch das tut er selten.

Ivo Andric: Wegzeichen. Hanser 1982. S. 15f.

Kinga Tóth: Wir bauen eine Stadt

Kinga Tóth und die Parasitenpresse. Das muss einfach passen. Bestellt diesen Band. Viel zwingender werdet ihr Texte selten erleben. Ich habe mir ein Exemplar gesichert und bin ungemein gespannt auf Gedichte, die arbeiten, immer arbeiten. Die kennen keine Ruhe. Die sind in Bewegung. Die sind in Erregung. Die wollen was. Die nehmen mit. Die müssen gelesen werden. Am besten laut.

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Die Gedichte von Kinga Tóth sind Texte, in denen Sprache die wahre Bauherrin ist. Sprache, die ihre Bausteine überall aufsammelt und zu einem geschlechtslosen Mensch-Maschine-Artefakt zusammenbaut.…

Quelle: Kinga Tóth: Wir bauen eine Stadt