PIX – Wendelstein

Das Erlebnis Wendelstein beginnt im Idealfall mit einer Fahrt in der Zahnradbahn (Preis Hin-Rückfahrt für Erwachsene 37 Euro). In 30 Minuten geht von 508 Metern über NN bis auf 1723 Richtung Gipfel. Unterwegs bieten die vielen Kurven großartige Aussichten.

Oben angekommen sollte man sich als erstes zum „Gacher Blick“ stürmen. Der Blick von hier bietet ein Panorama über den Wilden Kaiser, den Großglockner, das Karwendel- und Wettersteingebirge bis hin zur Zugspitze. Quasi direkt daneben findet sich die Wendelsteinkirche. Als Deutschlands höchstgelegene Kirche wurde sich 1890 geweiht. Ohne das Engagement des Münchner Kunstprofessors Max Kleiber, hätte es sie wohl nicht gegeben. Nicht nur sammelte er Spenden für die Errichtung, er sorgte auch für den Baugrund. Letzlich ließ er es sich auch nicht nehmen das Kreuz eigenhändig den Berg heraufzutagen.

Wer etwas Zeit mitgebracht hat, sollte sich die Wendelsteinhöhle anschauen. Interaktiv wird hier die Entstehung der Höhle aufbereitet. Bemerkenswert ist diese vorrangig, dass die Höhle heute einige hundert Meter oberhalb des Flussniveaus liegt. Die Höhle muss also bereits vor der Auffaltung der Alpen entstanden sein.

Nach der Höhle sollte man sich auf der Bergterrasse vor dem Wendelsteinhaus ein kühles Blondes gönnen und die Aussicht genießen. Übrigens Vorsicht: Im Sommer besteht verstärkte Sonnenbrandgefahr, trotz relativ frischer Temperaturen.

Auf dem höchsten Punkt des Gipfels thront die 1941 eröffnete Sternwarte. Für Besucher nur im Rahmen von Führungen (Freitag 14:00 und 15:00 Uhr, zwischen Juni und September) besuchbar, sucht die Universitätssternenwarte heute nach extrasolaren Planeten und Erscheinungen wie dunkler Materie.

…sind noch da

die Alten hier
haben den See gegraben
haben die Straße geteert
haben den Marktplatz gepflastert
haben die Kneipe gefüllt
haben sich Bilder gebracht

die Alten hier
sehen Müll am Ufer
warten auf das Bäckerauto
fragen nach dem Bus
füllen die Bank vor der Kirche
und ihre Bilder…

Unerwartet

Donnerstag, 16:30. Die Sonne scheint in den Alltag. Allseits hektische Schritte, Katzenkopfpflaster, klappernde Räder. Eine Gruppe asiatischer Studenten, angeführt von einer rüstigen Fremdenführerin steht vor der Stadtkirche St. Michael in Jena. Die Dame erklärt ihren Zuhörern das Brautportal, schaut in viele nickende Gesichter. Die Gruppe nähert sich der Tür. Noch einmal wird Station gemacht, die Baugeschichte des Turmes präsentiert. »Nun schauen wir einmal hinein. Im Innenraum wenden wir uns zuerst nach links. Mir nach.« Der erste Versuch das Portal zu öffnen scheitert. Entschuldigend schaut sie in die Runde, unternimmt einen neuen Anlauf. Sie überlegt: »Ich vergaß. Seit gestern wird der Chor renoviert. Tut mir leid. Folgen sie mir zum Rathaus, unserem nächsten Halt.« Ein junger Mann löst sich aus der Gruppe, betrachtet den Schaukasten vor der Kirche. Er fängt an zu lachen. Ruft etwas und zeigt auf seine Uhr. Die ganze Gruppe lacht. An Werktagen schließt die Kirche um 16.00 Uhr.