ich kehre die Autobahn Feudeln gegen Feinstaub Du sagst Ich solle Wolken züchten Wolken auf die Leitplanken wickeln mit ihren Tropfen die Fahrbahn säubern
wir legen uns auf den Mittelstreifen sammeln die Sonne ein zählen Marienkäferbeine auf dem Asphalt Du sagst Drei Kirschkerne in einem Schatten geben noch keinen Arcimboldo
ziehen die Fahrbahnen auseinander verbinden damit unsere Augen heben die Arme Du sagst jetzt können wir Träumen jetzt können wir Fliegen
wir fließen dahin wir reißen die Brücken ein die Augenbinden zerfleddern das Licht kehrt wieder wir sind grenzenlos wie keiner
die beiden Bs ihres Lebens Breitungen und Berlin hier Kindheit, dort Kunst heute verbauen sie hier die Seele die neue Mall, die neuen Häuser und alles trägt ihren Namen als Farbfleck auf dem Waschbeton und unter dem Asphalt liegen die Toten und Sand ins Auge wehts von der Werra von der Spree vom Schloss her, von der Mauer und vielleicht an roter Ampel summt ein Bauender »Schlohweißer Tag«
Vielen Dank an Walter Pobaschnig für die Einladung. Ich durfte ein paar Worte zur aktuellen Situation, Diskurs und Literatur schreiben.
Schaut auf jeden Fall auf seinem Blog vorbei.
Einen besonderen Blick ist die Reihe „Give Peace a Chance“ wert. In Form eines Akrostichons äußern Künstler*innen und Autor*innen Ihre Gedanken zum Krieg in der Ukraine.
Lieber Patrick, wie sieht jetzt Dein Tagesablauf aus?
Hallo Walter. Danke für die Gelegenheit hier ein paar Worte zu schreiben. Mein Tagesablauf ist nach einer langen Phase der Kurzarbeit wieder maßgeblich von meinem Broterwerb dominiert. Ich arbeite 9to5 im Tourismussektor. Die Zeit vor und nach der Arbeit gehören der Lektüre und dem Austausch. Es wird immer wichtiger sich über unterschiedliche Medien zu informieren. Dazwischen ist der Arbeitsweg eine gute Gelegenheit sich an der Luft zu bewegen. Auch das wird immer wichtiger, um den Kopf für Kunst und Literatur freizumachen.
Patrick Volkmar Siebert, Lyriker
Was ist jetzt für uns alle besonders wichtig?
Ich möchte nicht für alle sprechen. Das nehme ich nicht für mich in Anspruch.Was ich aber erhoffe, ist wieder mehr Gelassenheit im Diskurs, mehr Ausgewogenheit und vor allem auch, dass nicht mehr Emotionen und die Moralkeule jede einzelne Diskussion überdecken. Das am lautesten vorgetragene Argument gewinnt und durchdachte…
da stand wieder deine Meinung als Barrikade aus Zündhölzern mir in den Weg gestellt
und jedes Wort Kartoffelstampf mit gebreiteten Armen abgehoben getragen von der rhetorischen Welle und verbrennend Moralin landest du auf den Füßen – wo sonst
beziehst deinen Altbau mit deiner gewohnten Position machst du ihn schick Gardinen bewahren die Haltung nur bisweilen hebt sie die Luft dahinter knöchernd und spillerig du
„Darum gleicht jeder Schriftgelehrte, der ein Jünger des Himmelreichs geworden ist, einem Hausvater, der aus seinem Schatz Neues und Altes hervorholt.“ (Matthäus 13,52)