Namensfindung

Die Kassenschlangen der Rewe-Filiale im Erfurter Anger 1 erleben eine wichtige Entscheidungsfindung. Ein junges Paar könnte an der Schwelle eines neuen Lebensabschnittes stehen. „Aber du bist doch nicht schwanger von mir.“ „Wer weiß?“ „Ach kommt, du wüsstest das doch. Und ich würde das sofort sehen.“ Sie schüttelt den Kopf. „Hm. Weiß nicht. Ist immer so ein Strich und mal ein halber Strich beim Test. Das ist so halbschwanger.“ „Halbschwanger?“ „Ja, wollte nie halbe Sachen machen und jetzt das?“ Er freut sich sichtbar über die Zukunftsaussichten: „Kommt ein halbes Kind.“ „Hoffentlich die Hälfte mit Kopf. Denk mal, da würden nur Beine im Kinderwagen liegen.“ „Auf jeden Fall würden wir das Kind immer erkennen.“ „Wenn es nur halb kommt, brauchen wir bestimmt auch einen Brutkasten.“ „Ich habe einen Brotkasten. Wir können eine Kerze reinstellen.“ Sie lacht, schüttelt sich: „Neee.“ Sie schaut sich um. „Hmm, die Leute gucken schon.“ „Mir egal. Wir sind bald die Two and a half Fam. Da gucken dann eh alle.“ „Wie wollen wir ihn nennen?“ „Warum ihn? Na sagen wir Frodo oder Sam.“ „Sehr gut. Die Halblinge. Aber die haben wenigstens alle Körperteile.“ „Ja, aber auch Haare an den Füßen.“ „Wenn unser Halbling Haare an den Füßen hat, kommt er in die Babyklappe.“ „Armer Frodo.“ Betrübt bezahlen sie.

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