Nachhaltig

Der frühe Morgen treibt eine Kippe zur Verzweiflung. Sie ertränkt sich in der Kanalisation. Sonst ist an der Bushaltestelle keinerlei Bewegung zu vermelden. Die erstarrten Gesichter auf den Plakaten grinsen weiter. Die Bäckereifiliale im Hintergrund bringt das Leben zurück. Zwei Halbwüchsige auf dem Weg zur täglichen Dosis Bildung haben sich mit Salamibrötchen versorgt, kauen, frieren, gähnen, kauen. „Seit gestern kaufe ich nachhaltig ein.“ „Ehm, was?“ „Seit gestern kaufe ich nachhaltig ein.“ „Aha und was soll das sein.“ „Du Arschkuh, nachhaltig.“ „Lutscher, das Wort kenne ich schon. Aber was heißt das bei dir?“ „Ich geh nur zu Aldi.“ „Aha. Und was is da nachhaltig? Haben die jetzt Solar auf dem Dach?“ „Ne“, er fängt an zu lachen, „die machen Pferdtrade.“ „Wie?“ „Pferdtrade. Wühhühhüühüüü.“ „Oh, jetzt hab ichs. Haha.“ Und immer noch grinsen die Plakate.

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