In guter Nachbarschaft – SUMMER EDITION – Die Autoren: Kinga Tóth

Kinka Tóth am 09.07.2016 (Start 16:30) im Glashaus in Jena. In Guter Nachbarschaft – SUMMER EDITION. Wer am Glashaus sitzt, wird Lyrik hören.

Avatar von inguternachbarschaftIn guter Nachbarschaft - Die unabhängige Lesereihe in Thüringen

In einem offenen Gespräch berichtet Kinga Tóth aus ihrer Zeit als Jenaer Stadtschreiberin und liest aus den Texten, die hier entstanden sind. Interessierte Besucher*innen und Autor*innen sind herzlich eingeladen, sich mit Fragen und eigenen Erfahrungen in das Gespräch einzubringen und über die Prozesse literarischer Arbeiten zu diskutieren.

Kinga Tóth_(c) Richard Lutzbauer [3237] Kinga Tóth (Foto: Richard Lutzbauer)

Kinga Tóth, geb. 1983 in Sárvár (Ungarn), ist Sprachwissenschaftlerin, (Sound-)Poetin, Poetry-Illustratorin und Kulturmanagerin. Zudem arbeitet sie als Journalistin und ist Lektorin für die Kunstmagazine Palócföld und Roham. Darüber hinaus ist sie Songwriterin und Frontfrau des Tóth Kína Hegyfalu-Projekts sowie Vorstandsmitglied des József-Attila-Kreises für junge Schriftsteller und aktives Mitglied bei zahlreichen anderen Projekten und Verbänden.

Zuletzt erschien von ihr: ALLMASCHINE. Gedichte (Ungarisch/Deutsch, Edition Solitude, 2014)

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Liebe Kinga, was magst du am Sommer besonders?

Hitze und Hitze.

Was ist für dich eine gute „Sommerlektüre“?

Batman am Strand.

Was darf auf der Sommerreise nach Jena nicht fehlen?

Paradiesstimmung.

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sunglasses

„In guter…

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Schwarzburg

die Kamera erkennt
ein Blinzeln der Elster
da unten im Tal ein Beat
aufgeregter Herzschlag
kämpft an gegen Rauschen
Schwarza und Skoliose
bei der Dame mit Rollator
unter dem Schieferdach
schief wie alles hier
gelehnt an den Hang

Wintermädchen

Noch warten wir. Der Herbst verwöhnt mit Sonne, blauem Himmel. Der Körper schwitzt. Er friert selten. Dennoch ein älterer Text als Vorausschau. Auch das wird wieder kommen.

Wintermädchen

 

Du bist mit dem Schnee gekommen,
weißer als er, viel weniger befleckt
lagst du hier an einem Morgen.

 

Dir einen Mantel stricken, so lang
wie den Winter wollte ich
ihn werden lassen, du schautest auf
meine Finger, meine aufgerissenen
Nagelbetten und sagtest nur:
„In camera caritatis.“

 

Und als Labsal flochtest du
dein Haar in das Meine
und in die Geborgenheit
versank dein Wort mit der Stunde
und der Anmut der Wintervögel.

 

In den Schnee bist du gegangen, noch
immer viel zu fleckenlos für mich.
Einen Mantel tragen, viel zu lang
für diesen eiligen Winter?

 

Wer weiß schon von den ganzen
Geschichten mit den Namen
unerkannter Wintermädchen