Brötchen und Berliner.

Ein sonniger Erfurter Spätsommermorgen. An der Kasse des Verbrauchermarktes verstaue ich meine Einkäufe. Nach mir tritt ein junger Mann, Brille, 3 Tage-Bart, dunkler Rollkragenpullover zur Kassiererin. Sie – eine etwa fünfzigjährige mit roten Haaren und freundlichem Lächeln:

Sie – So, ein Kaffee. Und was haben wir in der Tüte?
Er – mit einem südeuropäischen Akzent:

Ein Brötchen.

Nein, das ist ein Berliner.

Nein, ein Brötchen.

Schauen sie mal, das ist rund und mit Puderzucker. Das ist ein Berliner.

Das alles Brötchen.
Die beiden begrinsen sich.

Also, ein Berliner.

Nein, kein Berliner. Erfurter. Warum Berliner?

Ja, sie sind ein Erfurter und in der Tüte ist ein Berliner.

Ist aber kleiner Berliner.

Ja, ein Süßer mit Marmelade. Das macht 3,14 Euro.

Ok.
Jetzt sind die Beiden zufrieden.

Notat – Bryan

Die Vier erklimmt den Hügel Richtung Flughafen. Durch die Bahn schallt lautes Kinderlachen.
Ein kleiner Junge wird von seiner Mama angepustet und quittiert dies ausgelassen.
Der Vater reagiert zunehmend genervt. „Bryan bitte! Bryan hör auf.“ Hilflos schaut er sich
in der Tram um. „Bryan aufhören!“.
Ein Mädel in Bryans Alter setzt eine fragende Miene auf und zupft an der Jacke ihrer Mutter.
„Bryan? Mama…Bryan?“. „So heißt der Junge“ antwortet die Gefragte. „Nein Mama. So heißt man
doch nicht.“ Die Mutter muss das Lachen unterdrücken. „Bryan gibt es immer bei Oma zu Mittag.“
Durch die Bahn schallt lautes Mutterlachen.

Vertrag

Manchmal ist das Schlangestehen vor dem Imbiss langweilig und so beginnen die Schlangeninsassen über ihre Karrieren zu diskutieren. Hier ein kurzer Beitrag aus der bunten Welt der Mannequins.

„Man, das dauert wieder.“ „Und dann noch so etwas Ungesundes.“ „Hast du eine bessere Idee?“ „Fischrestaurant!“ „Noch was? Geldscheißer?“ „Ne, aber was zu feiern.“ „Na, las man hören.“ „Ich habe einen Modelvertrag gemacht.“ „Model? Du?“ „Ja. Und hör auf zu lachen.“ „Ne, geht nicht. Für was? Für Übergrößen?“ „Für die Apothekenumschau.“ „Was?“ „Für die Apothekenumschau.“ „Sorry, aber…. .“ Die anderen Wartenden drehen sich um, einige lachen mit. „Was gibt es da zu lachen?“ „Ach nichts. Als was brauchen die dich, als Gallenstein?“ „Idiot.“