Sommerpause

Ahoi.

Schaudort geht in die Sommerpause. Es ist Zeit ein wenig Ideen zu sammeln und Texte schick zu machen. Ab dem 15.07.2017. geht es dann wieder los.

Mal schaun – Schaudort bei Freier Schriftsteller und Drama :O

Manchmal kann auch Facebook inspirierend sein. In meinem Profil findet sich eine interessante Berufsbezeichnung: »Schaudort bei Freier Schriftsteller«. Das war sicher irgendein Bedienungsfehler meinerseits, aber da weder „Freier Schriftsteller“, noch Autor (Sehr viele Menschen heißen im blau-weiß gefärbten Netzwerk sogar auf diese Zuschreibung.) so wirklich passen, finde ich die Position eines Schaudorts sehr ansprechend.

Dazu heute ein Interview mit dem Interviewpartner Rhetorischer Frager.

RF: Was macht so einer eigentlich?
SD: Zuerst einmal natürlich: Sich äußern.
RF:Wie macht er das?
SD: Da er bei Freier Schriftsteller arbeitet muss der Schaudort irgendetwas mit Texproduktion zu tun haben. Er schreibt also.
RF:Wie genau tut er das?
SD: Das ist der interessantere Aspekt. Das Format ist ihm nicht so wichtig. Es setzt sich an diverse Genres. Was er aber nicht kann, sind längere Texte. Da unterscheidet sich unser Schaudort schon einmal von einem Autoren. Ihm fehlt der Atem für umfangreiche Produkte. Viel wichtiger ist aber die Frage wie der implizite Imperativ in der Bezeichnung Schaudort einzulösen ist. (Oh nein, während der Erklärung entschlief der Rhetorische Frager.) […]…also deutet er quasi auf Dinge, die ihn interessieren und von denen er überzeugt ist, sie könnten auch für andere einflussreich sein. Er zeigt auf Dinge und sagt: ‚Schau mal dort.‘.

– Pause: Der rhetorische Frager wird durch eine lokal ansässiges Bestattungsinstitut abtransportiert. –

Die neue Interviewerin wird eingeblendet. Weiter geht es mit Anne Wollte.

AW: Herr Dort, sie erwähnten die Subjektivität Ihrer Eindrücke. Können Sie uns, also den Zulesern und mir, erklären worauf Ihre Erwartung basiert, dass sich Leute für Ihre Texte interessieren könnten?
SD: Nein.

Der Sender bricht das Interview hier ab. In Molsdorf ist ein Igel von der Fahrbahn abgekommen.

Mal schaun…Vorsätze für 2017

Gute Vorsätze sind grüne Früchte,
die abfallen, ehe sie reif sind.

– Johann Nestroy

Ich tönte ja schon im Frühjahr 2016 wild herum. Der Blog wird schöner und vielfältiger. Was ist passiert? Ich hatte einiges ausprobiert, ein paar neue „Formate“ eingeführt und wieder aktiver gepostet. Das ist immerhin die Habenseite. Aber ich habe auch den Rahmen verloren und statt passender Kategorien und Verlinkungen gab es Chaos. Der Frühjahrsputz brachte zwar kosmetische Veränderungen und die Linkliste wurde gesäubert. Die Fehler blieben.

  •  Also Vorsatz Nummer 1 für 2017: Konsistente Verlinkungen und kohärente Struktur.

Vielen Ideen sind in den Blog geflossen und nach einem Beitrag wieder eingegangen. Die „Formate“ dazu bekamen eigene Menüpunkte und sind nach der ersten fixen Idee nicht mehr weiter gefüllt worden. Ergebnis: Noch mehr durcheinander. Das habe ich zwar schon ausgebügelt, aber:

  • Vorsatz Nummer 2 für 2017: Neue Ideen erst dann bringen, wenn sie mehr sind Eintagsfliegen.

2016 war ein gutes Lesejahr. Ich habe viele Autoren entdeckt oder wieder entdeckt. Weniger schön war meine eigene „Produktionsleistung“. Diese fiel eher schmal aus und war dazu von sehr disparater Qualität.

  • Vorsatz Nummer 3 für 2017: Schreiben. Schreiben. Schreiben.

Damit verbunden und noch wichtiger für ein ansprechendes Ergebnis:

  • Vorsatz Nummer 4 für 2017: Das Geschriebene fertig bearbeiten.

Es liegen Myriaden von Textleichen in Sudelheften und manche haben sicher Potential.

Ein kleines Update zur Seite: Ich habe die Linkliste aus der Sidebar genommen. Links werde ich unter einem eigenen Menüpunkt einfügen. Das wird Stück für Stück passieren. Die anderen Standardseiten werde ich auch aktualisieren und wenn es soweit ist mit neuem Content bestücken.

Jetzt wünsche ich auch ein gutes Jahr 2017.

 

 

Mal schaun – Und überall riecht es…

Ich konnte mal wieder ein paar freie Tage ergattern und damit Zeit euch ein wenig auf die Nerven zu fallen. Wieder sind große Namen gegangen.

Vor allem Leonard Cohen wird fehlen. Er hatte, wie schon David Bowie vor ihm, die große Voraussicht auf eine Ende. Das musikalische Finale, der Abschluss, die Kenntnis dessen, was unvermeidlich ansteht:

If you are the dealer, let me out of the game
If you are the healer, I’m broken and lame

.

Das erste Mal stieß ich persönlich auf Cohen, als ich eigentlich nach Stücken von Nancy Sinatra und Lee Hazlewood suchte. Von „So long Marianne“ wurde ich infiziert. Cohen war ab da Bestandteil von Abenden mit Rotwein und tieftrüben Gedanken. Der Mensch ist gegangen, die Wirkung bleibt.

Auch literarisch scheint das große Ganze im Einzelnen Hochkonjunktur zu haben. Robert Seethaler lieferte mit „Ein ganzes Leben“ einen im Format schmalen Roman, der mindestens ein Leben beinhaltet. Die Geschichte des Einzelkämpfers Andreas Egger fühlt sich in jedem Element ungemein folgerichtig an. Von früher Jugend an mit dem Malus des Hinkens behaftet, schlägt er sich mit Gelegenheitsarbeiten durch, bis ihm die Firma „Bittermann & Söhne“ etwas wie eine Heimat wird. Mit seiner Arbeit, der Errichtung von Seilbahnen, kommt die Elektrizität ins Tal. Das Leben verändert sich. Egger findet ein großes Glück und alles geht voran. Tut es das? Immer wieder reckt sich der Mensch auf. Manchmal tut es ein Krauterer um wieder klar zu sehen. Manchmal braucht es Wochen. Und unser Protagonist? Bleibt immer etwas abseitig, wird von der Zeit überholt. Aber was schert es ihn? Was Seethaler hier schafft, ist eine stilistisch unangestrengte, zuweilen leichtfüßige Studie zu einem Leben, das anders ist als die Masse und doch immer wieder an den ganz einfachen Dingen andockt, die jeder kennt. Ein wenig anders geht Stefan aus dem Siepens Roman „Der Riese“ vor. Schon der Titel deutet an, dass wir es hier mit einer herausragenden Person zu tun bekommen werden. Wie schon in „Das Seil“ schafft des aus dem Siepen mit einer Abweichung von der Norm gesellschaftliche Funktionsweisen zu dekonstruieren. Tilman ist schon in der Jugend ausgesprochen groß und bekommt den bemühten Beinamen „Dachlatte“. Wie schon Egger ist Tilman nie so richtig integriert. Als Mitarbeiter in der Dachdeckerei des Vaters wird er von den Kollegen gemieden. Nachdem er die Arbeit einstellen muss, da er einfach zu groß dafür wird, beginnt er sich in die Welt der Bücher zurückzuziehen. Sein Talent für das Klavier und eine junge Frau geben ihm Halt. Aber schon bei der Wahl einer Fahrschule beginnt sein Körper sein Leben unerträglich zu beschränken. Kein Auto ist groß genug für ihn. Größer als er, ist nur die Sensation, die aus ihm gemacht wird. Aus dem Siepen nutzt groteske Übertreibungen um die Auswüchse des Personenkultes um eine Figur zu desavouieren, die selber mit dem Hokuspokus am wenigsten zu tun haben will. Auch hier entspinnt sich ein Lebenslauf, der in der Gesamtheit einzigartig, in einzelnen Elementen aber so nachvollziehbar ist, dass ich mich beim Lesen mehrfach darüber wunderte, warum die Figuren genau so handeln, wie man es gewohnt zu sein scheint und doch alles eine über die Routine des Humors hinausweisende Frische behält.

Natürlich rückt nun Weihnachten heran und die Stadt ist ein einziger Weihnachtsmarkt, mit allen Vor- wie Nachteilen. Gelegenheit für mich mit offenen Ohren und gespitzter Feder den Menschen bei ihren Vorbereitungen für das Fest zuzuschauen. Vielleicht gibt es hier ja bald glühweingesättigte Zimt- und Zucker Dialoge.

Mal schaun…was wir jetzt machen

Wie ihr sicher mitbekommen habt, ist der Blog eine bunte Mischung aus einigen meiner literarischen Texte, Fotografien von Ausflügen und einer Reihe von „fremden“ Beiträgen, die ich einfach rebloggen musste. Vor allem die Beiträge der Parasitenpresse möchte ich hervorheben. Kinga Tóths „Wir bauen eine Stadt“ macht mich ein wenig glücklich. Nicht weil die Sprache als „Bauherrin“ agiert – nein – ich genieße einfach die Unbändigkeit der Texte. Dabei bemerke ich, was meinen eigenen Texten fehlt. Sie werden durch das Fehlen eines Attributes nicht automatisch schlechter, aber es regt zum Nachdenken an. Auch die Unbedingtheit von Björn Kuhligks‘ Langgedicht „Die Sprache von Gibraltar“ überzeugt. Nehme ich noch die Spiellust der Lyrik von Thomas Kunst hinzu, komme ich auf eine Zahl von starken Einflüssen, die mir in den nächsten Wochen und Monaten vielleicht helfen wieder etwas produktiver zu werden.

Ich bin es selber leid, dass ich den Alltag und den Broterwerb immer als Gründe vorschiebe wenig zu schreiben. Vollkommener Unsinn. Wenn Abende mit Netflix die Regel sind, dann sollte es kaum verwundern, dass die Zeit für die eigene Literatur knapp wird.

Ich werde den Blog mit einigen kleinen Änderungen weiterführen. Die „Work it“ Reihe wird auf jeden Fall weitergeführt. Die „10 Pix“ Fotobeiträge natürlich ebenso. Neu werde ab und an Beiträge wie diesen einstreuen. Unregelmäßig kommen damit Wasserstandsmeldungen zu meiner Lektüre und dem Stand meiner Texte. Beiträge von Außen bleiben an Bord um zu zeigen, was mich gerade beschäftigt.

Auf wiederschaun.

P.