PIX – Dubrovnik/Kroatien

Hach Dubrovnik. Wahrscheinlich muss ich hier nicht viele Worte verlieren. Fast jeder kennt die Stadt an der Adriatischen Küste. Eine kompakte Altstadt, komplett umgeben von der völlig intakten Stadtmauer aus der Zeit als hier mit der Republik Ragusa (Blütezeit 14.16. Jahrhundert) eine unabhängige Stadtrepublik eine geschickte Bündnispolitik betrieb um sich gegen die Einnahme durch die Habsburger auf der einen Seite und den Osmanen auf der anderen Seite abzusichern. Zwar bewegte man sich immer als indirekter Vasall, konnte somit aber die Bedeutung als wichtiger Handelshafen im Mittelmeer verteidigen. Diese Phase der Stadtgeschichte hinterlässt uns ein prächtiges Altstadtensemble nahezu ohne neuzeitliche Bausünden. Allerdings sorgt dies auch dafür, dass dieser Teil Dubrovniks nur noch sehr spärlich bewohnt ist. Der Alltag zwischen an den steilen schmalen Gassen und Touristentrauben ist einfach zu beschwerlich. Wir haben die Stadt im Dezember besucht. Doch selbst in dieser absoluten Nebensaison standen wir mit unserer Gruppe häufiger unüberwindbar wie die Stadtmauer im Weg. Die einzigen Bewohner der Stadt, die ungestört ihrer Wege gingen waren die Katzen. Zwar wimmelt es hier nicht so von den Vierbeinern wie in Kotor oder Split, aber es fällt auf, dass sie hier stolz zwischen den Palästen und Kirchen herumstreifen um dem Touristen zu sagen: „Ja schau dich um. Aber hier ist unser Revier.“

PIX – Sandcity, Lagoa/Portugal

Ich habe euch ein paar Schnappschüsse aus der Sandcity an der Algarve/Portugal mitgebracht. Sandcity ist ein Sandskulpturenpark, der jedes Jahr unter einem anderen Thema aufgebaut wird. Thema 2019 ist „Around the World in Sand“. Noch bis Ende November könnt ihr dort sehen, was ein internationales Team an Sandkünstlern mit dem einfachen Material erschaffen kann.

Weitere Infos findet Ihr unter: http://www.sandcity.pt

Pix – Allstedt

Teil Zwei der Pix Serie für diese Woche ist Schloss Allstedt im Mansberger Land. Bereits im 9. Jahrhundert wird die Anlage als Pfalz „Alstediburg“ das erste Mal erwähnt und erlebte in den folgenden Jahrhunderten eine reiche Baugeschichte. Heute finden sich hier romanische, gotische und barocke Elemente neben historistischen Umbauten.

Zu Beginn seiner Geschichte war Allstedt als beliebter Aufenthaltsort Ottonischer, Salischer und Staufischer Könige und Kaiser bedeutend in der Geschichte des Deutschen Reiches. Hier spielten sich Reichstage und Reichsversammlungen ab.
Im 14. Jahrhundert beginnen die „Edlen Herren von Qeurfurt“ mit der Umgestaltung der mittelalterlichen Anlage zu einer Wehrburg. Allstedt erhielt in dieser Zeit seine heutige Ausdehnung. In der Folge entstanden unter der Herrschaft des Ernestiners Friedrich der Weise (1463-1525) eine Vielzahl der heutigen Anlagen, darunter der Ostflügel. Die Renaissance hält Einzug und mit ihr der Pallas, in dessen Erdgeschoss bis heute die Burgküche und die Hofstube liegen.

Historisch interessant wird die Burg mit der Ankunft des Reformators Thomas Müntzer (1489-1525). Dieser wurde zu Ostern 1523 an die hiesige Johanniskirche als Pastor berufen. In seinen gerade einmal 1,5 Jahren vor Ort veröffentlichte er die Schriften „Allstedter Kirchenampt“ und „Deutzsch-Euangelisch Mesze“, richtete er eine Druckerei zur Verbreitung der eigenen Schriften ein und hielt die Fürstenpredigt am 13. Juli 1524, mit der er Johann den Beständigen (1468-2532, ab 1525 Kurfürst) aufforderte der reformatorischen Idee nicht im Wege zu stehen. Allerdings schien sein Ton gegenüber den sozialen Missständen nicht gut angekommen zu sein, denn kurze Zeit später musste er nach Mühlhausen fliehen, wo er kurze Zeit später als eine Leitfigur des Bauernkrieges ein dramatisches Ende findet. Aus der Allstedter Zeit sind vor allem Übertragungen lateinischer Kirchenlieder in die deutsche Sprache von dauerhafter Bedeutung. Das Schloss würdigt sein Andenken mit der Dauerausstellung: „1523 – Thomas Müntzer. Ein Knecht Gottes“.

Die nächsten großen Umbaupläne gab es unter Ernst August I. von Sachsen-Weimar-Eisenach (1688-1748). Allerdings führte sein früher Tod zu einem schnellen Ende der Bauarbeiten. Von der geplanten Umgestaltung zu einer Dreiflügelanlage konnte lediglich ein Teil des Vorschlosses komplettiert werden.

Natürlich darf Johann Wolfgang von Goethe auch hier nicht fehlen. Er schrieb bei seinen Aufenthalten 1776-1782 im Allstedt drei Akte der „Iphigenie auf Tauris“.
Im 19. Jahrhundert schließlich wurde mit der Schließung des Wehrgangs zu einem Galeriegang der heutige Bauzustand des Schlosses erreicht.

Eine detailreiche Geschichte des Schlosses Allstedt findet sich hier: http://www.reportagereisen.de/allstedt_02.html

Pix – Prag

Prag – „Die Goldene Stadt“ – „Caput regni“. Zur Hauptstadt unseres östlichen Nachbarn, der Tschechischen Republik wurde viel erzählt und viel verbreitet. Viel neues könnte sicher auch ich nicht hinzufügen.

Daher möchte ich an dieser Stelle mal eine Empfehlung für ein Hotel aussprechen – das Hotel „Silenzio“ in der Hanspaulka. Der Aufenthalt hier war äußerst angenehm. Einen Dank vor allem an das aufmerksame Personal des Hauses. Die Zimmer sind geräumig und modern gestaltet. Die Dachterrasse bei 28° Grad Tagestemperatur für die Zeit nach den Erkundungstouren durch die Stadt ideal um mit einem Bierchen den Abend zu genießen. Mit der Tram geht es in weniger als 15 Minuten ins Zentrum der Stadt und dennoch ist die Lage durch einen kleinen Park um das Haus sehr ruhig.

Genauere Infos findet Ihr auf der Homepage des Hauses:

 

Die Stadt ist mit 1,3 Millionen Einwohnern eine der Metropolen Europas und ebenso reich an geschichtsträchtigen Orten, wie an Kulturdenkmälern. Dass die Stadt in der Beliebtheit bei Touristen sehr weit oben steht, lässt sich allerdings auch an allen Ecken feststellen. Da wir aber selber Teil des Trosses waren, wollen wir uns mal nicht beschweren. Sicher kam erschwerend hinzu, dass wir die klassische Touristentour auf den 08.05. legten – in der Tschechischen Republik der „Tag des Sieges“ über die Deutschen 1945.

Neben der habsburgischen und böhmischen Tradition, sind es vor allem Jugendstilbauten, die überall in der Stadt, besonders konzentriert am Wenzelsplatz, Akzente setzen. Was auch auffällt – zum Glück – es wurde nicht alles zu Tote saniert. Auch wenn das frisch getünchte im Zentrum der Stadt überwiegt, gibt es eine Menge Straßenzüge ohne durchgehendes Rouge. Dieser disparate Zustand macht die Touren durch die Stadt ungleich interessanter. Es ist noch Platz zum Atmen da.

Natürlich ist die Stadt nicht nur per Pedes zu erlaufen. Tram und U-Bahn stehen an allen zentralen Punkten zur Verfügung. Ich habe mich vor allem über die guten alten Tatras gefreut.

Natürlich haben auch wir uns auf die klassische Tourispur gemacht und die Hotspots besucht. Aber um Wenzelsplatz, Karlsplatz und Altstädter Ring kommt man auch gar nicht herum. Nicht nur die Sehenswürdigkeiten sammeln sich hier, auch die Menschen und die Selfiesticks.

Mehr einen Boulevard als einen Platz stellt der Wenzelsplatz dar. Am oberen Ende dominiert das 1912 aufgestellte Wenzelsdenkmal vor dem Hauptgebäude des Nationalmuseums. Aktuell im Sanierungsprozess befindlich wird der Neorenaissancebau Ende 2018 als modernes Ausstellungshaus vorrangig Natur- und Kulturgeschichte zeitgemäß der Tschechischen Republik präsentieren.

Den besten Blick auf die Stadt bietet aber ohnehin eine Fahrt auf der Moldau. Zweistunden-Fahrten sind für weniger als 20 Euro pro Nase zu haben und sehr entspannend.

Dazu eines der leckeren böhmischen Biere und der Nachmittag ist gerettet.


Natürlich bleibt es nicht bei einer Fahrt unter der Karlsbrücke hindurch. Einmal muss man schon über die ab 1357 erbaute Steinbrücke marschieren und sei es nur um das Panorama der Burg zu genießen oder einem der vielen Kleinkünstler hier ein wenig über die Schulter zu blicken. Wer mag kann natürlich auch mit den Heiligen flirten.

Unweit der Brücke findet sich eines der modernen Wahrzeichen der Stadt: Das „Tanzende Haus“. Von Frank Gehry (mit-) entworfen steht es seit 1996 prominent an der Moldau. In der Kombination aus einem geschwungen geformten Glastrakt (Frau) und einem statischer wirkenden Rundbau (Mann) soll die Bewegung eines tanzendes Paares eingefangen worden sein.

Neben dem prominenten Jugendstil-Ensemble am Wenzelsplatz (herausragendes Beispiel hier das „Grand Hotel Europa“), ist vor allem das „Gemeindehaus“ ein strahlendes Beispiel für den Aufbruch der Architektur am Anfang des 20. Jahrhunderts.

Vom Hradschin, der Prager Burg, wird es übrigens einen eigenen kleinen Beitrag geben.

Pix – Wernigerode

„Die Bunte Stadt im Harz“ – so nennt sich Wernigerode selber. Tourismusmarketing benötigt einprägsame Floskeln, diese hier soll immerhin auf Hermann Löns zurückgehen und der kannte sich mit Farben aus. Bunt ist Wernigerode tatsächlich – zumindest die Fassaden der Innenstadt.
Wen es hierhin verschlägt – der sucht zumeist drei bekannte Landmarken:

  • Das mittelalterliche Rathaus.
  • Den Brocken, der von hier aus mit der Schmalspurbahn erreichbar ist.
  • Das Wernigeroder Schloss über der Stadt.

Auch wenn es mich nicht auf den Brocken getrieben hat – ich war wieder sehr touristisch veranlagt. Immerhin ergibt sich so immer ein guter erster Eindruck.
Es ging bei ständig wechselndem Wetter als Erstes hinauf zum Schloss. Wie viele andere ist es eine zu großen Teilen eher junge Anlage und im typischen Stil des Historismus erbaut.
Die Fürsten von Stolberg-Wernigerode folgten am Ende des 19. Jahrhunderts dem aktuellen Trend zum Umbau des Stammhauses zu einer repräsentativen Anlage, bei der Punkte wie die Wehrhaftigkeit nur noch als Gestaltungsmomente verblieben. Nähert man sich aus der Stadt wirkt der Bau eher gedrungen – ein Eindruck, der sich beim Blick über den kompakten Innenhof nochmals verstärkt. Hier zeigen sich auch die unterschiedlichen Bauphasen am deutlichsten. Ganz anders zeigt sich der Bau beim Betreten über die Schlossterrasse. Hier wirkt das alles wesentlich harmonischer und großzügig angelegt. Diese Front ist natürlich auch das beliebteste Fotomotiv des Schlosses. Über die Stadt hinweg geht die Aussicht bis zum Brocken. Bemerkenswert ist wie flächendeckend die umliegenden Erhebungen bewaldet sind.


Die Stadt ist geprägt von den schon angesprochenen bunten Fassaden und eine geschlossene Fachwerkbebauung. Das prägnanteste Beispiel ist natürlich am Marktplatz zu finden: Das Rathaus mit seiner bekannten Doppelturmfassade und der Vielzahl an Schnitzfiguren an Fachwerk und Geschossüberständen. Und auch wenn der Bau die Blicke auf sich zieht – er drängt sich nicht auf. Überhaupt ist Wernigerode, wie auch Meißen oder Wittenberg eine Stadt die im Zentrum sehr harmonisch wirkt. Immer wieder zeigt sich mittendrin ein Kleinod, dass sich entweder durch Schnitzwerk oder sein Fachwerk abhebt.

Pix – Meißen

Zugegeben. Das war eine One-Shot Aktion. Ich wollte unbedingt dieses Foto haben. Vorne Elbe, dahinter die Burg. Dieses eine überall bekannte Bild von Meißen. Aber fährt man denn wirklich dafür 2,5 Stunden mit dem Zug hin und auch wieder zurück? Absolut.

Was hier über der Stadt thront, als das sichtbare der beiden Wahrzeichen, vermarktet sich selbst als „erstes deutsches Schloss“, errichtet ab 1470. Wirklich eindrucksvoll wirkt die Albrechtsburg aber erst im Ensemble mit dem Meißner Dom und der war schon vorher da. Muss ja auch mal gesagt werden. Vom Porzellan wird hier übrigens nicht die Rede sein. Denn weder die Manufaktur, noch ihre Erzeugnisse interessierten mich – obwohl sich das Porzellan-Museum mit seiner Sammlung im Gebäude der „Meissen ART“ prominent präsentiert.

So trieb es mich, wie jeden guten Tagestouristen, einmal am Elb-Burg-Panorama entlang und in Windeseile den Burghügel hinauf. Hier angekommen und mit der Eintrittskarte für Dom und Burg ausgestattet galt es erst einmal eine Weinschorle zu trinken. Wahrscheinlich inspiriert durch den Blick von der Burg über die Elbe und die gegenüberliegenden Weinberge. Hach, das klingt ja alles so romantisch. Ist es auch – hier aber im positiven Sinne des Wortes. Die Altstadt präsentiert sich weitestgehend gut erhalten und wird nur selten von modernen Versatzstücken unterbrochen. Und das ist für mich immer ein Grund zu sagen – hier fühle mich ich aufgehoben.

Ein wenig ratlos ließ mich zum Teil die Ausgestaltung des Museums der Burg. Nahezu alle Exponate werden hier in stählernen Konstrukten präsentiert – womöglich eine Verneigung vor dem Motto der Ausstellung „Trendsetter SEIT 1471. Entdecken Sie das älteste Schloss Deutschlands“. Ich empfand diese Art der Präsentation eher als störend und gerade für die Fokussierung auf die Tradition dieses Gebäudes als widersinnig. Aber das ist ein Geschmacksurteil. Informativ ist das Ganze auf jeden Fall und damit erfüllt es seine Hauptfunktion. Glanzstück der Burg ist die Große Hofstube, die durch die Renovierung im 19. Jahrhundert eine Bildersprache erhielt, wie sie typisch für die Vorstellungen des Mittelalters in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts war – farbenfroh und voller Minne.





Daneben findet sich das eigentliche Highlight des Burgberges. Der Dom mit seiner Westturmanlage. Diese Doppelturmfront wird luftig und massiv zugleich. Daneben gibt es übrigens einige Schenken und mit der zweiten Weinschorle lässt sich der Blick noch besser genießen. Das Innere des Doms präsentiert sich einheitlich und schlicht. Wobei das nur für den ersten Eindruck gilt. Sowohl die Fürstenkapelle, mit Ihrem reich verzierten Westportal aus dem 14. Jahrhundert, als auch der Achteckbau, als Beispiel für ein komplexes gotisches Raumkonzept sind ein Kontrast zur ausgeprägten Hallenwirkung des Langhauses.



Sobald es dann wieder hinunter in die Stadt geht und man versucht noch aus allen Winkeln und Rückblicken besonders gute Aufnahmen herbeizuzaubern, darf man sich ein kleines Urteil erlauben. Für mich heißt das zumindest Eines: Schön hier. Hach.